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Nur Mini-Wissenschaftspark in Dresden-Ost

Schaubild eines Lithium-Schwefel-Akkus, der die aus Notebooks bekannten Lithium-Ionen-Batterien beerben soll. Solche und andere Systeme sollten eigentlich im Energie-Forschungszentrum RESET weiterentwickelt werden. Abb.: Fraunhofer IWS Dresden

Die Stadt Dresden streicht wegen Geldmangel das geplante Energietech-Gewerbegebiet drastisch zusammen

Dresden, 10. März 2015: Vor allem wegen Geldmangel und planerischer Unwägbarkeiten wird die Stadtverwaltung Dresden vorerst nur eine Mini-Variante des „Wissenschaftsparks Ost“ für Fraunhofer-Ausgründungen und andere Energietechnologie-Firmen in Strehlen-Reick realisieren. Das teilten Wirtschaftsförderer und Stadtplaner nun dem zuständigen Ortsbeirat Prohlis mit. Demnach werden die Pläne für den Technologie-Gewerbepark auf zunächst lediglich 7,6 Hektar und damit etwa ein Sechstel der ursprünglich geplanten Größe zusammengestutzt.

Lediglich noch 7,6 statt 45 Hektar geplant

Das zunächst im Rahmenplan Nr. 789 verfolgte Ziel, die südlich der Bahntrasse gelegene, zu Reick gehörende Fläche zu erschließen, wurde damit korrigiert. Die gestern im Ortsbeirat Prohlis vorgestellten aktuellsten Planungen beinhalten eine drastische Verkleinerung. Der Bebauungsplan Nr. 398.A beschränkt sich auf eine Fläche von 7,6 Hektar. Diese wird durch die Reicker Straße sowie den Rudolf-Bergander-Ring eingeschlossen. Dort standen bis vor kurzer Zeit die typischen DDR-Plattenbauten. Nun bietet sich das Areal als Wiese mit verödeten Straßen, aber eben doch erschlossen an. Weder vom Bau- noch vom Naturschutzrecht sehen die Stadtplaner hier Konflikte. Diese ahnen sie schon jetzt bei allen anderen, in der Standortplanung ausgewiesenen Flächen auf sich zukommen.

Erste Gespräche zur Ansiedlung auf der jetzt favorisierten Fläche würden schon geführt, teilte Stadtplaner Jens-Uwe Böbst mit. Vorentwürfe könnten im Sommer 2015 vorliegen. Baubeginn wäre eventuell im Folgejahr.

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Der Wissenschaftspark Ost war ursprünglich als das bisher größte Gewerbegebiet in Dresden geplant gewesen und sollte vor allem für Ausgründungen der benachbarten Fraunhofer-Institute Platz bieten, aber auch für Unternehmens-Ansiedlungen vor allem mit der Spezialisierung „Energiespeicher-Systeme“. Das Technologie-Gewerbegebiet sollte ein wichtiger Baustein für Dresdens Bemühungen sein, sich als führender Entwicklungs- und Wirtschaftsstandort für Energiespeicher zu profilieren. Die früheren Planungen hatten eine Gesamtfläche von 45 Hektar und Erschließungskosten von rund 37,4 Millionen Euro vorgesehen. Die neue rot-rot-grüne Mehrheit im Rathaus hat die Gelder hat jedoch die Ausgaben für Wirtschaftsförderung drastisch zusammengekürzt. Zudem war und ist auch mit Konfliktpotenzial zu rechnen, da für die neue Technologiemeile Kleingärten verlegt werden müssten. Auch steht noch eine Vereinbarung mit der Deutschen Bahn aus, die alte Bahnunterführung in Verlängerung der Lebstädter Straße wieder zu öffnen, um eine Passage zwischen den Fraunhofer-Instituten in Gruna und dem neuen Wissenschaftspark auf der anderen Bahndammseite zu schaffen.  Autoren: Peter Weckbrodt und Heiko Weckbrodt