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CEWE investiert erneut in Saxoprint

CEWE baut den Anlagenpark in der Dresdner Online-Druckerei Saxoprint weiter aus - hier eine Heftmaschine Stitchmaster. Foto: Saxoprint

CEWE baut den Anlagenpark in der Dresdner Online-Druckerei Saxoprint weiter aus – hier eine Heftmaschine Stitchmaster. Foto: Saxoprint

Dresdner Online-Druckerei mit deutlich mehr Umsatz

Dresden/Oldenburg. Seien es nun die Visitenkarte für den Freiberufler, die Unternehmensbroschüre für den Messeauftritt oder das selbstgestaltete Buch für Opi: Immer mehr Privatkunden wie auch Firmen nehmen die Dienste von Online-Druckereien in Anspruch. Und von diesem Trend profitiert auch die Dresdner Online-Druckerei „Saxoprint“. Die ist unter der Regie des neuen Eigentümers „CEWE“ weiter gewachsen. So legte der CEWE-Geschäftsbereich „Online-Druck“ – der größtenteils aus der Dresdner Druckerei besteht – im vergangenen Jahr um 17,8 Prozent auf 70,5 Millionen Euro Umsatz zu. Der Online-Druck habe die hohen Wachstumserwartungen erfüllt, schätzte CEWE-Vorstandsvorsitzender Rolf Hollander ein. Das Unternehmen werde dieses Geschäftsfeld „weiter auszubauen“.

Weiterer Ausbau der Druckmaschinen-Linien in Dresden geplant

In der Praxis heißt dies, dass das Oldenburger Unternehmen auch in diesem und in den nächsten Jahren weiter in Saxoprint Dresden investieren wird, insbesondere in den Maschinenpark, kündigte der für Investorenbeziehungen zuständige CEWE-Manager Axel Weber auf Oiger-Anfrage an. Seit der Übernahme vor drei Jahren hatte der Fotodienstleister CEWE bereits über 20 Millionen Euro in den Ausbau der Offsetdruck-Anlagen und der anschließenden Produktionsprozesse in Dresden-Seidnitz investiert, die vor allem für Geschäftskunden-Druckaufträge wichtig sind. Auch die Belegschaft wuchs: Hatte Saxoprint zum Zeitpunkt der Übernahme Anfang 2012 rund 370 Mitarbeiter, sind es inzwischen über 450.

Saxprint Dresden gehört seit Anfang 2012 zu CEWE Color. Abb.: Saxoprint

Saxprint Dresden gehört seit Anfang 2012 zu CEWE Color. Abb.: Saxoprint

Saxoprint startete 1999 als lokale Offset-Druckerei mit 22 Mitarbeitern

Thomas Bohn. Foto: Saxoprint

Thomas Bohn. Foto: Saxoprint

Der Dresdner Unternehmer Thomas Bohn hatte „Saxoprint“ ursprünglich als lokale Offset-Druckerei 1999 mit damals 22 Mitarbeitern in Dresden gegründet und ab 2006 zur Online-Druckerei umprofiliert. Bohn selbst – der als Aufsichtsrat des Fußballclubs „Dynamo Dresden“ bekannt wurde – ist inzwischen Chef der „Ventura Investment GmbH“. Das Dresdner Unternehmen ist auf Unternehmensbeteiligungen spezialisiert.

Job-Versprechen wohl kaum noch zu halten

Als CEWE Bohns Unternehmen „Saxoprint“ Anfang 2012 kaufte, hatten die Oldenburger dort 300 neue Jobs und eine Umsatzsteigerung auf rund 100 Millionen Euro bis Ende 2016 angepeilt. Zumindest das Personalziel dürfte indes kaum noch zu halten sein. Zudem hatte das Oldenburger Unternehmen inzwischen auch sein Fotolabor in Dresden-Klotzsche geschlossen, womit dort Arbeitsplätze verloren gingen.

Klassisches Foto-Geschäft schmilzt, Online-Druck expandiert

Dass der Saxoprint-Kauf damals aber wohl die richtige Entscheidung für CEWE war, ist recht deutlich: Das klassische Foto-Entwicklungsgeschäft schwächelt seit Jahren, während der Online-Druck expandiert. So hat die Gruppe insgesamt im vergangenen Jahr nur noch 536,2 Millionen Euro Umsatz gemacht und damit 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. CEWE machte dafür einerseits den schwachen Euro-Kurs verantwortlich, zum Anderen hatte sich das Unternehmen von seinem Fototechnik-Großhandel in Polen getrennt, der deutlich schwächelte. Vor allem aber schmilzt das klassische Hauptgeschäftsfeld: 2014 druckte CEWE nur noch 2,37 Milliarden Fotos aus und damit 80 Millionen weniger als im Vorjahr – jüngere Zusatzprodukte wie Fotobücher hingegen legten etwas zu.

Autor: Heiko Weckbrodt