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Nachrichten-App „AuSZeit jetzt“: Minimalistisch, aber übersichtlich

Die "AuSZeit jetzt"-App der Sächsischen Zeitung ist darauf ausgerichtet, die aktuelle Nachrichtenlage fix per Smartphone zu sichten. Foto: hw

Die „AuSZeit jetzt“-App der Sächsischen Zeitung ist darauf ausgerichtet, die aktuelle Nachrichtenlage fix per Smartphone zu sichten. Foto: hw

„Sächsische Zeitung“ versucht mit Hybrid-Konzept, Totholz und Smartphone zu verheiraten

In unserer Reihe „Nachrichten-Apps“ haben wir diesmal „AuSZeit jetzt“ unter die Lupe genommen, die Begleit-App zum Wochenend-Journal „AuSZeit“ der „Sächsischen Zeitung“ (SZ) aus Dresden. Dabei handelt es sich um ein Hybrid-Produkt, mit der der Verlag Totholz- und Digitalwelt verbinden will. Die Idee: Wer am Wochenende die Papierausgabe der „AuSZeit“ kauft, bekommt wochentags per App gratis neue Nachrichten nachgeliefert, wie der zuständige Kurator Tilman Günther auf „Oiger“-Anfrage erklärte.

Design orientiert sich an Notizblock

Kein Schnickschnack: Die Oberfläche orientiert sich an einem Notizblock. Abb.: AuSZeit

Kein Schnickschnack: Die Oberfläche orientiert sich an einem Notizblock. Abb.: AuSZeit

Diesem Konzept folgend, ist die für iPhones und Android-Telefone verfügbare App auch eher minimalistisch-nachrichtenorientiert aufgebaut: Die Oberfläche ähnelt einem simplen Notizblock und man navigiert zwischen den Seiten per Finger mit wenigen Aufwärts- und Seitwärts-Wischbewegungen. Zusatzfunktionen gibt es nur wenige, darunter die Optionen, Nachrichten über Facebook oder andere Netzwerke zu teilen, oder auf eine dunklere Abend-Ansicht umzuschalten. Das Design orientiert sich an Smartphone-Bildschirmen: Auf Tablets kann sie zwar auch geladen werden, sieht dort aber etwas grobkörnig aus.

12 Kurzberichte werden bis zum Abend stetig aktualisiert

Der Leser bekommt jeden Tag zwölf Kurzberichte zu jeweils drei Notizzettel-Seiten aus dem tagesaktuellen Geschehen in Dresden, Sachsen und teilweise darüber hinaus geliefert, die zwischen 6 Uhr in der Frühe bis zum späten Abend aktualisiert werden. „Einiges kommt aus den Agenturen, anderes aus der ,Sächsischen Zeitung’. Unsere zuständige Mitarbeiterin hält aber auch Kontakt zu den Reportern draußen, um Neues zu erfahren“, erklärt Tilman Günther.

Am Wochenende inaktiv

Etwas ungewöhnlich: sonnabends und sonntags bleibt die App inaktiv. Das aber spiegelt die Intention des Verlages, dass die Nutzer sich dann die Wochenend-Zeitung „AuSZeit“ kaufen sollen. Dieses Projekt hatte der „SZ“-Mutterverlag „DD+V“ am 7. November 2014 gestartet, um jene potenziellen Kunden zu erreichen, denen eine tägliche Zeitungs-Lektüre zu zeitaufwendig ist. Denen eine gedruckte Zusammenfassung der SZ-Berichterstattung pro Woche reicht und die sich zwischendurch per Computertelefon (Smartphone) auf dem Laufenden halten.

De facto handelt es sich dabei größtenteils um eine aufbereitete Zweitverwertung der „SZ“. Die dreiköpfige „AuSZeit“-Redaktion – neben Tilman Günther sind dies derzeit Madeleine Arndt und Cynthia Thor – kürzt für ihre gedruckte, knapp 50-seitige Wochenzeitung im Tabloid-Format „SZ“-Berichte ein, bereitet sie neu auf und ergänzt sie gegebenenfalls um aktuelle Entwicklungen. Diese Zeitung kostet zwei Euro im Einzelverkauf und 1,80 Euro im Abo. Jeder Ausgabe liegen Codes bei, mit der der Leser wiederum die App wöchentlich reaktivieren kann.

Auch Einzelkauf möglich

Insofern ist die „AuSZeit“-App im Kern eine Zugabe zum Zeitungskauf. Prinzipiell kann sie allerdings auch in den App-Stores von Apple und Google einzeln (kostenlos) geladen werden. Per In-App-Kauf muss der Nutzer dann zum Beispiel für die iPhone-Ausgabe 89 Cent pro Woche zahlen.

Fazit: Interessantes Konzept jenseits des App-Aufmotztrends

Logo: Abb.: AuSZeit

Logo: Abb.: AuSZeit

Das Hybrid-Konzept der AuSZeit“-App ist zweifellos interessant. Freilich ist abzuwarten, in welchem Maße eine gedruckte Zweitverwertungs-Zeitung der SZ auf der einen und die digitale, ganz auf tagesaktuelle Nachrichten fokussierte Digitalausgabe auf der anderen Seite vom potenziellen Leser langfristig angenommen werden. Das minimalistische Notizzettel-Prinzip hat durchaus was, da man binnen weniger Minuten alle Berichte gesichtet hat. Allerdings geht der Trend bei Nachrichten-Apps vieler Verlage genau in die andere Richtung: Die meisten Pressehäuser motzen ihre Apps eher mit immer mehr Zusatzfunktionen auf. Noch etwas arbeiten sollten die Techniker an der Stabilität der App. Insbesondere beim Wechsel in den Nacht-Ansichtsmodus ist die App in unseren Tests auf dem iPhone wiederholt abgestürzt. Autor: Heiko Weckbrodt

„AuSZeit jetzt“ (DD+V/Sächsische Zeitung), Nachrichten-App, Download: kostenlos; Ausgaben: per In-App-Kauf oder per Code aus der gedruckten „AuSZeit“, für iPhones (ab iOS 7.1) und Android-Smartphones (ab Android 4.0)

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