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Wissenschaftsministerin distanziert sich von Islam-Einschätzung Tillichs

Eva-Maria_Stange. Foto: privat

Eva-Maria_Stange. Foto: privat

Stange: Solche Sätze sind nicht sehr hilfreich, um Spitzenforscher für Sachsen zu gewinnen

Dresden,. 30. Januar 2015: Die Einschätzung des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU), der Islam gehöre nicht zu Sachsen, bleibt umstritten – auch im eigenen Kabinett. Nach SPD-Wirtschaftsminister Martin Dulig ging inzwischen auch Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) auf dezente Distanz zur Einschätzung des Regierungschefs: Diese sei „nicht sehr hilfreich“ für die Bemühungen Sachsens, internationale Spitzenforscher zu gewinnen, unter denen auch viele Wissenschaftler mit muslimischen Wurzeln seien.

Auf der einen Seite habe sich die Koalition in Dresden darauf geeinigt, Hochschulen im Freistaat mehr Mittel und Wege verfügbar zu machen, um Spitzenforscher aus dem Ausland anzuwerben, argumentierte Stange – die demnächst Oberbürgermeisterin in Dresden werden will – im Oiger-Gespräch. „Aber damit diese Menschen kommen, brauchen wir auch ein Klima, dass ihnen signalisiert, dass sie willkommen und sicher in Sachsen sind.“ Mit Sorge sehe sie daher Meldungen aus Planck- und Helmholtz-Instituten, in denen besonders viele internationale Wissenschaftler arbeiten, dass diese nun erwägen, mit ihren Familien wieder wegzuziehen.

Planck-Forscher besorgt über Sicherheitswarnung des US-Außenministeriums

Vor allem die jüngste Sicherheitswarnung des US-Außenministeriums an Amerikaner, Pegida- und Anti-Pegida-Demonstrationen in Dresden und anderswo weiträumig zu meiden, habe diese Besorgnisse verstärkt. So seien nun Planck-Institute mit der Bitte um ein „dringendes Gespräch“ an sie herangetreten, berichtete Eva-Maria Stange. Denn eine Reisewarnung des US-Außenministeriums könne „tödlich“ für alle internationalen Tagungen und Kongresse sein, die in Dresden, Leipzig und anderen sächsischen Städten geplant seien. „Ich sehe eine handfeste Bedrohung für die Wissenschaftslandschaft in Sachsen.“

Martin Duligs "Twitter"-Nachricht zum Islam. Abb.: BSF

Martin Duligs „Twitter“-Nachricht zum Islam. Abb.: BSF

Zuvor hatte bereits Wirtschaftsminister Dulig dem Satz des Regierungschefs, der Islam gehöre nicht zu Sachsen“, widersprochen: „Angela Merkel hat recht. Der Islam gehört zu Deutschland. Das gilt auch für Sachsen“, hatte er über den Internet-Dienst „Twitter“ verbreitet. Autor: Heiko Weckbrodt

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