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Städtische Museen Dresden zwischen Kriegsende und Jahrhundert des Photons

Auch das vielgezeigte Foto Blick vom Rathausturm nach Süden, 1945 von Richard Peter sen. wird in der "Dresden-Köln"-Schau im Stadmuseum zu sehen sein. Repro: Deutsche Fotothek / Städtische Museen Dresden

Auch das vielgezeigte Foto Blick vom Rathausturm nach Süden, 1945 von Richard Peter sen. wird in der „Dresden-Köln“-Schau im Stadmuseum zu sehen sein. Repro: Deutsche Fotothek / Städtische Museen Dresden

Auch ein neues Internet-Museum startet im Herbst

Dresden, 29. Januar 2015: Mit Ausstellungen, Sonderveranstaltungen und einem Forschungstheater schauen die „Städtischen Museen Dresden“ in diesem Jahr zurück in die Vergangenheit und ein Jahrhundert in die Zukunft. So wird die Exposition „1945 – Köln und Dresden“ an die Zerstörungs Dresdens und das Kriegsende in Deutschland vor 70 Jahren erinnern – zu sehen sind ab 4. Juli im Stadtmuseum Fotografien von Herrmann Claasen und Richard Peter von den kriegszerstörten Städten Dresden und Köln. Andererseits wird insbesondere in den „Technischen Sammlungen Dresden“ (TSD) das von der UNO ausgerufene „Lichtjahr 2015“ mit der photonischen Schau „Hi Lights!“ (ab 20. Juni 2015) und einem Forschungstheaterstück für Jugendliche gewürdigt. „Dieses Jahrhundert wird das Jahrhundert des Photons* sein“, ist TSD-Direktor Roland Schwarz überzeugt. Auch der Aufbau eines Internet-Museums ist geplant.

Video: Impressionen der Fototechnik-Schau in den TSD

6 % Besucherrückgang

Gisbert Porstmann. Foto: hw

Gisbert Porstmann. Foto: hw

Allerdings haben die acht Häuser, die unter dem Dach der „Städtischen Museen Dresden“ vereinigt sind, auch ordentlich zu tun, in der Besucherresonanz nicht weiter abzusacken: Im vergangenen Jahr nämlich kamen nur rund 170.000 Gäste in diese Museen, rund sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Verbund-Direktor Gisbert Porstmann führte dies auch auf die schwache finanzielle Ausstattung der Städtischen Museen zurück: Zwar hat er in diesem Jahr ein Gesamtbudget von rund sieben Millionen Euro. Doch davon geht die Hälfte für Personalkosten drauf und weitere Gelder für weitere Posten, die nur mittelbar mit den Kernaufgaben der Museen zu tun haben. Allein 870.000 Euro zum Beispiel verschlingen die Wachkosten, Tendenz wegen des Mindestlohns: steigend. Den größeren Häusern wie den TSD, dem Stadtmuseum oder der Städtischen Galerie bleiben damit nur Sachkosten zwischen jeweils 200.000 bis 260.000 Euro übrig, um Ausstellungen auf die Beine zu stellen und neue Exponate zu kaufen. Dabei handele es sich um Summen, so Porstmann, die große Museen anderswo allein für die Werbung für eine einzelne Ausstellung ausgeben.

Arbeiterfotografen und Japaner

Willi Zimmermann (1900-1977): Auftritt der Agitpropgruppe Rote Raketen vor der Geschäftsstelle der Internationalen Arbeiterhilfe Dresden, 1930. Repro: Stadtmuseum Dresden

Willi Zimmermann (1900-1977): Auftritt der Agitpropgruppe Rote Raketen vor der Geschäftsstelle der Internationalen Arbeiterhilfe Dresden, 1930. Repro: Stadtmuseum Dresden

Dennoch wollen die Städtischen Museen auch in diesem Jahr wieder attraktive Expositionen auf die Beine stellen. Neben den bereits erwähnten gehören dazu zum Beispiel eine Schau über Arbeiterfotografie der 1930er Jahre ab März 2015 im Stadtmuseum oder auch eine Ausstellung mit Fotografien des Japaners Seiichi Furuya in den TSD, der noch vor der Wende zeitweise in Dresden lebte und hier Alltagsfotos aus seiner ganz eigenen Perspektive schoss.

Online-Museum startet mit einigen Hundert digitalen Exponaten

Um auch international besser wahrgenommen zu werden, wollen die Museumsleiter zudem ab diesem Jahr ein Online-Museum aufbauen. Zum Start im Herbst 2015 werden zunächst einige Hundert digitalisierte Exponate aus den beteiligten Häusern ins Netz gestellt, darunter Fotos und Dokumente über die Spielzeug-Sammlung des Stadtmuseums und die Kameratechnik in den TSD. Das neue Angebot wird teils vom städtischen IT-Eigenbetrieb, teils durch eine Spende der Commerzbank ermöglicht. In den Folgejahren wolle man diese digitale Offerte schrittweise ausbauen, kündigte Porstmann an. Autor: Heiko Weckbrodt

* Photon = Lichtteilchen

Aus dem Jahresprogramm:

„Das Auge des Arbeiters: Erinnerungsforografie und Bildpropaganda um 1930“ (Stadtmuseum, ab 21.3.2015)

„1945 – Köln und Dresden“ (Stadtmuseum, ab 4.7.2015)

„Wege zum Licht – Leuchten in Dresden“ – Weihnachtsausstellung (Stadtmuseum, ab 28.11.2015)

„Seiichi Furuya – Gravidation – Fotografien 1978-1994“ (TSD, Junghansstr. 1, ab 2.4.42015)

„Ohne Ton kein Bild: Der Ton im DEFA-Animationsfilm“ (TSD, ab 17.4.2015)#

„Hi Lights! Neues vom Licht“ (TSD, ab 20.6.2015)

„Und alles ist weg. Orte des 1. Weltkjriegs in Polen. Fotoausstellung von Eric Pawlitzky“ (Kraszewski-Museum, ab 9.5.2015)

Mondzeichnungen von Siegfried und Ursula Seliger (astronomische Zeichnungen, die von den Seligers von ihrem Balkon in Prohlis angefertigt wurden, Palitzschmuseum Prohlis, ab Ende Mai)

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