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Prächtiger Sternenmüll zum irdischen „Lichtjahr“

Die heiße Staubwolke "SNR 0519-69.0" entstand in unserer Nachbargalaxis, der Großen Magellanwolke, nach einer Sternenexplosion. Das Bild kombiniert farbübersetzte Röntgen-Aufnahmen des Chandra-Teleskops und "Hubble"-Aufnahmen aus dem sichtbaren Lichtbereich. Foto: NASA/Chandra

Die heiße Staubwolke „SNR 0519-69.0“ entstand in unserer Nachbargalaxis, der Großen Magellanwolke, nach einer Sternenexplosion. Das Bild kombiniert farbübersetzte Röntgen-Aufnahmen des Chandra-Teleskops und „Hubble“-Aufnahmen aus dem sichtbaren Lichtbereich. Die NASA will im „Lichtjahr 2015“ weitere spektakuläre Collagen veröffentlichen. Foto: NASA/Chandra

Röntgenteleskop „Chandra“ nimmt stellare Explosionsreste auf

Große Magellanwolke, 24. Januar 2015 (minus 170.000 Jahre): Auch im Weltall scheint sich herumgesprochen zu haben, dass die irdische UNO 2015 zum „Jahr des Lichts“ ausgerufen hat. Anders ist es wohl kaum zu erklären, welche Spektakel die Astronomen derzeit von viele Lichtjahre entfernten Zwerggalaxien optisch geboten bekommen – zum Beispiel diese Überreste einer Sternenexplosion, die nun die US-Raumfahrtbehörde NASA veröffentlicht hat.

Bilder waren 170.000 Jahre unterwegs

Aber genau genommen, muss man sich in unserer kosmischen Nachbarschaft wohl schon lange auf unser „Lichtjahr“ vorbereitet haben. Denn was das NASA-Röntgenteleskop „Chandra“ hier aufgenommen hat, ist eigentlich schon mindestens 170.000 Jahre alt. Solange braucht das Licht nämlich, bis es von unserer Nachbar-Zwerggalaxis, der „Großen Magellanschen Wolke, die Erde erreicht hat. Zu sehen ist eine riesige Wolke aus mehrere Millionen Grad heißem Gas, die vermutlich durch eine Supernova entstanden ist, also aus einem auseinandergeborstenen Stern.

Die Bildcollage aus Fotos mehrerer Wellenlängen zeigt einen Nebel, in dem Sterne entstehen. Abb.: NASA

Die Bildcollage aus Fotos mehrerer Wellenlängen zeigt einen Nebel, in dem Sterne entstehen. Auch hier lieferte „Chandra“ den Röntgen-Part bei. Abb.: NASA

Röntgenlicht in sichtbare Farben übersetzt

Um die enorme Hitze sichtbar zu machen, haben die Astronomen das aufgefangene Röntgenlicht in Farben übersetzt, die der Mensch verstehen kann: „Blau“ steht hier für die besonders heißen Zonen, „Rot“ für die etwas kühleren Außenzonen der Gaswolke. Kombiniert haben sie dies mit Sternenfotografien des „Hubble“-Weltraumteleskops, das wiederum im sichtbaren Strahlenbereich arbeitet.

Menschliches Auge nimmt nur kleinen Ausschnitt des Spektrums wahr

Das menschlichen Auge kann nämlich aus dem an sich viel breiterem Strahlenspektrum nämlich nur Wellenlängen zwischen 380 Nanometer (Violett) und 750 Nanometer (rot) wahrnehmen. Daher bezeichnen manche Lexika auch nur diesen Bereich als „Licht“, die Wellenlängen jenseits von Ultraviolett und Infrarot hingegen als „Strahlung“ – was freilich eine eher menschenzentrierte, willkürliche Abgrenzung ist.

Emfindlich: Das menschliche Auge. Foto: che, Wikipedia, CC-2.5-Lizenz

Foto: che, Wikipedia, CC-2.5-Lizenz

Denn falls es draußen im All andere intelligente Lebensformen geben sollte, wäre durchaus vorstellbar, dass diese Außerirdischen einen ganz anderen Wellenbereich wahrnehmen, je nachdem, welche Sonne ihr Planet umkreist. Und möglicherweise, so könnte man den Faden weiterspinnen, würde ihnen unsere Malerei, unsere Illuminationen ärmlich vorkommen, würden sie die Welt doch in ganz anderen Farben sehen, die mit menschlicher Sprache gar nicht zu beschreiben wären.

Autor: Heiko Weckbrodt

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