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Soziologen: Höchstens 5000 Teilnehmer zur „Legida“-Demo in Leipzig

Wappen: StVerw Leipzig

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Leipzig, 23. Januar 2015. An der Demonstration der rechtskonservativen „Legida“-Bewegung am vergangenen Dienstag in Leipzig haben weniger Menschen teilgenommen als bisher angenommen: Soziologen der Universität sind mit drei verschiedenen Zählmethoden auf 3800 bis 4700 Teilnehmer gekommen, teilte die Uni heute nachträglich mit. Die Legida-Organisatoren hatten über 40.000 Demonstranten erwartet, am Dienstag zirkulierten Schätzungen zwischen 4000 und 17.000 Teilnehmern.

Drei verschiedene Zählmethoden

Da in der Vergangenheit wiederholt Streit um die Größe von Kundgebungen in Dresden und Leipzig entstanden waren, wollten die Wssenschaftler diesmal solche Zweifel ausräumen. Deshalb positionierte sich ein Soziologenteam im obersten Geschoss eines Gebäudes am Augustusplatz, schoss Fotos und zählte danach auf diesen Aufnahmen die erkennbaren Menschen aus. Ergebnis: rund 4100 Teilnehmer. Andere Soziologen zählten an der Goethestrasse mit der gängigen Methode (Anzahl Reihen mal durchschnittliche Menschenzahlen pro Reihe) zirka 4700 Legidisten. Ein weiteres Team filmte den gesamten Zug nahe am Rossplatz und zählte dann anhand des Videos – und kam sogar nur auf 3800 Teilnehmer. „Da die drei Methoden unabhängig voneinander sind und alle drei Ergebnisse relativ nah beieinander liegen, dürfte eine Schätzung von 4000 bis 5000 Teilnehmern mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr nahe an die tatsächliche Teilnehmerzahl herankommen“, erklärte Statistikdozent Stephan Poppe von der Universität Leipzig. Er hatte die Zählung geleitet.

Die Legida wollte in Leipzig eigentlich an den Zuspruch der Pegida-Bewegung anknüpfen, die seit Herbst 2014 in Dresden unter anderem gegen die Asylpolitik demonstriert und damit bis zu 22.000 Menschen anzog. Die Legida gilt allerdings als deutlich rechtslastiger als die Dresdner Pegida. Letztere drohte Legida inzwischen mit einer Unterlassungklage. hw

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