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Gewalt eskaliert in Leipzig: Angriff auf Amtsgericht

Das Amtsgericht Leipzig wurde zum Ziel von Randalierern. Foto: SJuM

Das Amtsgericht Leipzig wurde zum Ziel von Randalierern. Foto: SJuM

Anscheinend sehen „Antifas“ toten Flüchtling als Opfer von Pegida

Dresden/Leipzig, 16. Januar 2015. Die ideellen Gräben, die „Pegida“ innerhalb der sächsischen Bürgerschaft offenbart hat, sind in offene Gewalt gemündet: Offenbar hat sich zumindest ein Teil der sogenannten „Antifa“ (Selbstbezeichnung, steht für „Antifaschisten“) nach dem gewaltsamen Tod von Khaled Idris Bahray am Dienstag darauf festgelegt, dass der Asylbewerber durch Pegida-Anhänger ermordet wurde. Randalierer griffen daraufhin gestern Abend in der Leipziger Innenstadt an.

Hunderte hinterließen Spur der Verwüstung

Laut Angaben von Polizei und Stadtverwaltung Leipzig zogen mehrere Hundert Menschen „aus dem augenscheinlich linken Spektrum“ vom Landgericht zum Augustusplatz, beschädigten Schaufensterscheiben und Verkehrsschilder, bewarfen Polizeifahrzeuge mit Steinen und zerstörten etwa 40 Scheiben am Amtsgericht in der Bernhard-Göring-Straße. Die Polizisten fanden Farbzüge mit Parolen wie „das war Mord“, „Stoppt PEGIDA, „ANTIFA“, „Stoppt Deportation“. Zuvor war in Antifa-nahen Foren im Internet die Aufforderung verbreitet worden, die „Antifaschisten“ müssten jetzt radikal und offensiv gegen Pegida-Anhänger und „den Staat“ vorzugehen, um den „Mord“ an Khaled Idris Bahray zu rächen.

Innenminister: Erschreckende Militanz

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) kritisierte das Geschehen heute scharf: „Der nächtliche Ausbruch in Leipzig zeigt ein erschreckendes Maß an Militanz. Ein derartiger Gewaltausbruch von kriminellen Chaoten ist völlig inakzeptabel und gefährdet das Klima und Miteinander in unserer Gesellschaft.“ Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) kündigte an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen: „Wenn Gerichtsgebäude attackiert werden, ist dies auch ein nicht zu rechtfertigender Angriff auf die Justiz als staatliche Institution und unsere demokratische Gesellschaft.“

Polizei sieht wachsendes Sicherheitsrisiko bei Demos von Pegida und Anti-Pegida

Andererseits hatte Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll gestern im Landtag eingeschätzt, dass sich auch die Sicherheitslage während der Pegida-Demonstrationen in Dresden verschärft habe. „Dies resultiert in erster Linie aus der insgesamt großen Anzahl der Teilnehmer“, hieß es in einer Stellungnahme der Polizeidirektion. „Aggressivität und Gewaltpotential haben sich sowohl bei PEGIDA-Teilnehmern als auch in Teilen des Gegenprotestes entwickelt.“ Die Polizei stoße bei ihren Einsätzen während der montäglichen Kundgebungen zunehmend an ihre personellen Grenzen.

Flüchtling starb durch Messerstiche

Seit Oktober 2014 demonstrieren die sogenannten „Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) mit wachsenden Teilnehmerzahlen fast jeden Montag in Dresden. Seitdem wächst auch der Eindruck, dass sich die Bürgerschaft nicht nur in Dresden an Pegida entzweit. Am 13. Januar 2015 wurde der eritreische Flüchtling Khaled Idris Bahray nahe seiner Unterkunft in Dresden tot aufgefunden. Die Polizei verbreitete zunächst, der junge Mann sei „ohne Fremdverschulden“ gestorben. Die Staatsanwaltschaft räumte aber kurz darauf ein, dass der Flüchtling anscheinend an den Folgen einer Messerstecherei gestorben war. Wenigstens einige Antifas sprachen daraufhin von Mord und machten dafür Pegida verantwortlich. Autor: Heiko Weckbrodt

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