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„Project Temporality”: Klon-Gewusel in der Zeitschleife

In "Project Temporality" müssen wir immer neue Klone erzeugen und in der Zeit springen, um die 4D-Rätsel zu lösen. Abb.: Defrost

In „Project Temporality“ müssen wir immer neue Klone erzeugen und in der Zeit springen, um die 4D-Rätsel zu lösen. Abb.: Defrost

4D-Logikspiel kombiniert Rätsel in Zeit und Raum

Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, die Zeit zurückzudrehen, einen Fehler ungeschehen zu machen? In „Project Temporality“ ist das nicht nur möglich, sondern auch zentrales Spielprinzip.

Bis zu 11 Klone für komplexe Kooperationen erzeugbar

Die Entwickler des schwedischen Studios „Defrost Games“ werfen uns in diesem Logikspiel für den PC nämlich als Versuchskaninchen in einer Klon-Experimentalstation ab. Um aus deren hochtechnologischem Labyrinth zu entfleuchen, bleibt uns gar nichts übrig als zu vervielfältigen und temporal zu tricksen: Ursprünglich ganz auf sich allein gestellt, muss sich der Spieler immer wieder klonen, die Zeit zurückdrehen, um mit seinem alter ego Fallen zu deaktivieren, Schlüssel zu sammeln, mit bis zu elf erzeugten Kopien seiner selbst zu kooperieren. Oft genug muss sich der „Original“-Avatar zum Beispiel auf eine blaue Auslöser-Plattform stellen, die ihn zwar einschließt, aber woanders in der Forschungsstation eine andere Tür öffnet. Da hilft nichts als sich selbst zu klonen, in der Zeit ein Stück zurückzuspringen, und mit dem zweiten Ich den nächsten Türöffner zu finden, der dann wieder einen geduldigen Auslöse-Klon einschließt und so weiter.

Werbevideo (2tainment):

Lems „Ijon Tichy“ lässt grüßen

Diese Prinzipien fordern vor allem die logischen Fähigkeiten des Spielers heraus, über diesen Zeitlinien und Ursache-Folge-Ketten nicht den Überblick zu verlieren. Wem über all dem temporalen Wirrwarr nicht schwindlig wird, hat wahrscheinlich heimlich zusammen mit Stanislaw Lems Raumpilot Ijon Tichy trainiert oder sämtliche „Raumschiff Enterprise“-Folgen geguckt…

Fazit: Logisch faszinierend, optisch eher mager

Abb.: 2tainment

Abb.: 2tainment

Insofern ist „Project Temporality“ eine faszinierende Herausforderung für unsere zeitempfindlichen Neuronen. Der Rätsel-Charme wird allerdings durch die etwas schwache optische Umsetzung getrübt: Die aseptisch-starre Laborwelt erinnert eher an 3D-Shooter der 1990er und Nuller Jahre, rechte atmosphärische Stimmung mag in diesen mager texturierten Bauwürfel-Räumen nicht aufkommen. Mit einer richtigen Story, Musik und mehr als nur gesichtslosen Helmmenschen wäre da sicher mehr drin gewesen. Indes ist dies natürlich eine Budget-Frage. Der Fairness halber sei nämlich erwähnt, dass „Project Temporality“ von einem Indie-Studio ohne kapitalstarken Spielekonzern im Rücken entwickelt wurde. Autor: Heiko Weckbrodt

Project Temporality“ (Defrost/ 2tainment), 4D-Rätselspiel, USK 12, ca. 20 Euro (über Steam derzeit für 3,74 Euro)

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