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Ifo Dresden: Mindestlohn bremst Ostdeutschland aus

So reagieren die betroffenen Betriebe  in Ost und West laut ifo-Umfrage auf den Mindestlohn. Abb.: ifo Dresden

So reagieren die betroffenen Betriebe in Ost und West laut ifo-Umfrage auf den Mindestlohn. Abb.: ifo Dresden

40 Prozent der Betriebe erhöhen Preise

Dresden, 15. Dezember 2014: Der neue gesetzliche Mindestlohn (8,50 €/h), der am 1. Januar 2015 in Kraft tritt, wird die ostdeutschen Unternehmen stärker ausbremsen als die westdeutschen. Knapp 40 Prozent der betroffenen Firmen werden ab Januar ihre Preise erhöhen, in Westdeutschland wollen dies nur 22 Prozent tun. Das hat Prof. Joachim Ragnitz vom ifo-Institut Dresden auf Basis einer Unternehmens-Umfrage prognostiziert. Grund: Denn die Wirtschaft in den Neuen Bundesländern ist kleinteiliger als die in den alten Ländern und zahlt generell niedrigere Löhne. Dies war für den Osten bisher ein kleiner Wettbewerbsvorteil, der nun weitgehend wegfällt.

Jochaim Ragnitz. Abb.: ifo DD

Jochaim Ragnitz. Abb.: ifo DD

Ökonom erwartet „erhebliche Einschnitte“ für kleine Betriebe

„Der flächendeckende Mindestlohn bringt erhebliche Einschnitte insbesondere für kleine und mittlere Betriebe der ostdeutschen Wirtschaft mit sich“, betonte Ragnitz. „Diese Einschnitte treffen nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern dürften auch die konjunkturelle Entwicklung der ostdeutschen Bundesländer bremsen“. Sowohl das ifo-Mutterinstitut wie auch die Dresdner Außenstelle hatten bereits in den vergangenen Monaten mehrfach vor einem massiven Arbeitsplatzverlust durch den Mindestlohn gewarnt.

Jede 3. betroffene Firma kürzt Sonderzahlungen

Außer mit Preiserhöhungen werden die betroffenen ostdeutschen Unternehmen laut Umfrage auch auf anderen Wegen auf den Mindestlohn reagieren: Ein knappes Drittel will Sonderzahlungen für die Belegschaft kürzen, ein Viertel erwägt Entlassungen. 22 Prozent planen, weniger zu investieren, etwa ebensoviel setzen auf verkürzte Wochenarbeitszeiten. hw

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