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iPad-App: „Meta Morfoß“: Verwandel-Mädchen verblüfft die Kinder

Kinder lesen in der "Meta Morfoß"-App. Foto: Daktylos Media

Kinder lesen in der „Meta Morfoß“-App. Foto: Daktylos Media

Interaktives Buch aus Dresden soll Lesehunger von Kindern nähren

Mit dem Anspruch, mehr zu sein als bloß ein animiertes Bilderbuch, sondern auch die Lesefreude zu fördern, buhlt nun die App „Meta Morfoß“ um die Gunst der lieben Kleinen auf dem iPad. Inspiriert von einer Geschichte von Peter Hacks (1928-2003) erzählt das interaktive Buch aus Dresden die Story des Mädchens Meta, das in einer etwas schrägen Familie aufwächst und selbst die wunderliche Fähigkeit hat, sich zu verwandeln: in einen Engel, eine Wärmflasche, eine Lokomotive…

Daktylos-Werbevideo:

Silvoll illustriert

Anna Burck & Nikolay Barabanov von „Daktylos Media“ hatten sich unter anderem auch die Hilfe der Internetgemeinde für die Entwicklung dieser Kinder-App eingeholt und über das Schwarmfinanzierungs-Portal „Startnext“ über 16.000 Euro von Unterstützern eingesammelt. Und das Ergebnis kann sich sehen, hören und vor allem lesen lassen: Sehr schön haben uns im Test vor allem auch die animierten Illustrationen russischen Grafikers Max Litvinov gefallen, die durch kleine schummrige Bewegungen auch nie statisch wirken.

Meta Morfoß kommt aufs iPad. Abb.: Maxim Litvinov, Daktylos Media

Meta Morfoß kommt aufs iPad. Abb.: Maxim Litvinov, Daktylos Media

Für gefundene Wörter hüpft die Meta

Den leseorientierten Ansatz merkt man der App auch sofort an: Während andere Kinderbuch-Apps wie etwa „Rapunzel“ oder „Rotkäppchen“ doch näher an einem Spiel als an einem Buch aufgebaut sind, räumt „Meta Morfoß“ den Texten größeren Raum ein. Um Seite um Seite umblättern zu können, müssen die Kinder diese Texte auch lesen und auf jeweils drei Schlüsselwörter klicken. Als Belohnung gibt es dann hübsche Animationen dazu: Tippt man beispielsweise auf „Muschel“, verwandelt sich Meta im Bild in ein Schalentier.

Schlüsselwörter-Suche etwas mühselig

Wie gut das bei der Zielgruppe der lesekundigen Kinder ankommt, bleibt abzuwarten: Unser achtjähriges Testkind jedenfalls zeigte sich nach einigen Seiten etwas unmotiviert. Das Probleme dürfte wohl in zwei Punkten liegen: Kinder im Zielgruppenalter wachsen heute mit schnell geschnittenen Animes und Videospielen auf, gieren dadurch nach hoher Action-Dichte. Insofern ist die Geschichte zwar wirklich schön, um sie Vorschulkindern vorzulesen, aber Daktylos will ja eher, dass die Kinder selber lesen. Zum Anderen muss man intuitiv erraten, an welche Schlüsselwörter im Text die Programmierer wohl gedacht haben, die das Geschehen vorantreiben. Zwar gibt es ein abgestuftes Hilfesystem, dass man über ein Fragezeichen oben rechts auf der Seite aufrufen kann, aber eine interaktive Geschichte sollte natürlich aus sich heraus „funktionieren“. Vielleicht sollten die Macher darüber nachdenken, kleine Hinweise in den Text oder in die Illustrationen einzubauen – um im Beispiel zu bleiben, indem etwa die Muschel im Bild etwas zuckt, damit die Kinder das Wort im Text suchen.

Fazit: Hübsch gemacht

Abb.: Daktylos

Abb.: Daktylos

In der Gesamtschau ist „Meta Morfoß“ eine zeitlos phantasievolle Geschichte, die Daktylos stilsicher und wirklich hübsch für das Digitalzeitalter adaptiert hat. Konzeptionell kann man leise Zweifel hegen, ob das hehre Leseförder-Ziel der Dresdner wohl aufgeht: Es würde nicht wundern, wenn Eltern dieses interaktive Buch eher zum Vorlesen nutzen würden. Mit 5,50 Euro ist „Meta Morfoß“ etwas teurer als die meisten Bilderbuch-Apps in Apples Internetladen, aber auch sehr schön gemacht. Eine Android-Version soll zeitnah folgen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Meta Morfoß“ (Daktylos Media), interaktive Kinderbuch-App fürs iPad, ab iOS 7, ca. 5,50 Euro

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