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Umbau in Dresdner Stasi-Zentrale teurer als gedacht

Die Schauvitrine zeigt die Infrarot-Detektoren, die einst die Stasi-Zentrale an der Bautzner Straße sicherten, Foto; Heiko Weckbrodt

Foto: Heiko Weckbrodt

Gedenkstätten-Sanierung kostet über 2,7 Millionen Euro

Dresden, 30. November 2014: Die Sanierung und der Umbau der ehemaligen Dresdner Stasi-Bezirkszentrale an der Bautzner Straße wird teurer als geplant: Statt 2,3 Millionen hat das Projekt über 2,7 Millionen Euro gekostet. Das hat eine Neukalkulation des Finanzdezernats im Rathaus ergeben. Am Montag wird der Finanzausschuss in erster Lesung darüber beraten, woher die fehlenden 430.000 Euro kommen sollen.

Nach Sanierung auch Täterperspektive integriert

Hier putzte Böhm oft seine Untergebenen herunter: Das rekonstruierte Dienstberatungszimmer des Führungsstabs der Dresdner MfS-Bezirksverwaltung in der heutigen Gedenkstätte "Bautzner Straße". Foto: Heiko Weckbrodt

Hier putzte Böhm oft seine Untergebenen herunter: Das rekonstruierte Dienstberatungszimmer des Führungsstabs der Dresdner MfS-Bezirksverwaltung in der heutigen Gedenkstätte „Bautzner Straße“. Foto: Heiko Weckbrodt

Der vom ehemaligen Dresdner Oberbürgermeister Herbert Wagner (CDU) geleitete Verein „Erkenntnis durch Erinnerung“ betreibt schon seit Jahren eine Gedenkstätte auf dem Gelände der früheren MfS-Bezirksverwaltung. Durch Umbau und Sanierung ist die Gedenkstätte nun im vorderen Gebäudekomplex konzentriert und hat dort auch unterm Strich mehr Platz erhalten. Wagner nutzte diesen Platz, um neben der Opfer- auch die Täter-Perspektive in die Ausstellungen zu integrieren. Den größten Teil der Umbaukosten – nämlich knapp zwei Millionen Euro – steuerte das sächsische Wissenschaftsministerium bei, den Rest die Stadt.

Bauprojekt sollte auch Platz für Grundstücksverkauf schaffen.

Allerdings hatte die Umbau-Aktion auch einen zweiten Zweck verfolgt: Stadt und Land wollten andere Grundstücke auf dem alten Stasi-Gelände zum Beispiel für den Verkauf an Wohnungsbau-Investoren freibekommen. Im Zuge der Arbeiten stellte sich dann aber heraus, dass Strom-, Wasser- und andere Anschlüsse sehr marode waren und für die geplanten Wohnbauprojekte ebenfalls saniert werden mussten.

Das Finanzdezernat hofft nun, die dadurch entstanden Mehrkosten aus dem kommunalen „Regiebetrieb Zentrale Technische Dienstleistungen“ umschaufeln zu können, ohne in anderen Ressorts zu wildern. Der Finanzausschuss wird darüber aber erst in einer späteren Sitzung abschließend entscheiden.

Tag der offenen Tür: Stasi-Performance und ein General

Der Dresdner Stasi-General Horst Böhm bei einer Schul-Weihung. Repro: Heiko Weckbrodt

Der Dresdner Stasi-General Horst BöhmRepro: Heiko Weckbrodt

Am 5. Dezember wird der Verein bei einem „Tag der offenen Tür“ ab 10 Uhr die neugestaltete Gedenkstätte präsentieren. Dabei werden Schüler eine Stasi-Perfomance aufführen (14.30 und 17 Uhr), der Historiker Dr. Thomas Widera beleuchtet in einem Vortrag „Die Stasi in Dresden und ihr Leiter Horst Böhm“ (18 Uhr) und 19 Uhr folgt eine Podiumsdiskussion, in der die Revolutionen in der DDR und in Tunesien verglichen werden. Autor: Heiko Weckbrodt

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