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Daimler baut Batterie-Produktion in Sachsen aus

Lithium-Ionen-Akku der "Deutschen ACCumotive" für den Fahrzeug-Einsatz. Foto: Deutsche ACCumotive

Lithium-Ionen-Akku der „Deutschen ACCUmotive“ für den Fahrzeug-Einsatz. Foto: Deutsche ACCUmotive

Deutsche ACCUmotive baut 3. Produktionshalle in Kamenz

Kamenz, 29. November 2014: Der Autokonzern Daimler erweitert trotz seines Ausstiegs aus der Akkuzellen-Produktion seine Fertigungskapazitäten für Komplett-Batterien in Sachsen: Die Daimler-Tochter „Deutsche ACCUmotive“ errichtet derzeit eine dritte Produktionshalle in Kamenz nördlich von Dresden. Das Gebäude ist bereits rohbaufertig, zum Richtfest am Montag erwartet das Unternehmen auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU).

Akkuzellen-Werk Li-Tec nebenan hingegen schließt

Erst kürzlich hatte Daimler bekannt gegeben, die benachbarte Akkuzellen-Fertigung bei Li-Tec in Kamenz – ehemals ein Gemeinschaftsunternehmen mit „Evonik“ – bis zum Jahresende 2015 schließen zu wollen. Die Fabrik war mit den Zulieferungen für den Elektro-Smart nicht genug ausgelastet und galt dem Mutterkonzern im Wettbewerb mit den großen Lithium-Ionen-Akku-Herstellern in Asien als zu teuer.

Daimler sieht bessere Chancen für Komplett-Akkus für Hybride

Foto: Deutsche ACCUmotive

Foto: Deutsche ACCUmotive

Ein großer Teil der 280 Li-Tec-Mitarbeiter soll aber das Angebot bekommen, in das Batteriewerk „Deutsche ACCUmotive“ nebenan zu wechseln. Denn anders als in der Zellenfertigung sieht Daimler hier bessere Wettbewerbschancen: Die „Deutsche ACCUmotive“ entwickelt und produziert seine Akkumulatoren mit zugekauften Zellen und bietet diese nicht nur für den eher noch kleinen Elektro-Automarkt an, sondern auch für Hybrid-Fahrzeuge – was größere Margen erlaubt. Derzeit hat das Werk Kamenz rund 180 Beschäftigte und soll laut dem Daimler-Plan deutlich ausgebaut werden.

Rettungsanker für sächsische Akku-Cluster-Hoffungen

Vor allem für die sächsischen Wirtschaftspolitiker ist dies ein Rettungssignal, hatten sie doch mit der Li-Tec-Investition vor acht Jahren doch große Hoffnungen verbunden, dass der Freistaat zu einem führenden europäischen Standort für Elektroauto-Akkus werden könnte. Auch deshalb hatten mehrere Fraunhofer-Institute und das Helmholtz-Zentrum HZDR im nahen Dresden ihre Forschungen an neuen Lithium-Ionen-, Schwefel-, Flüssigmetall und andere Batteriekonzepte in den vergangenen Jahren ausgebaut. Die sächsische Landeshauptstadt versucht in diesem Zuge, sich zu einem führenden Zentrum der Energiespeicher-Forschung zu profilieren. Autor: Heiko Weckbrodt

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