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Dresden startet ab Mitte 2015 kostenloses WLAN

Ab Sommer 2015 gibt es kostenloses WLAN in der Dresdner Innenstadt. Fotos: Christoph Münch, LHD, Heiko Weckbrodt, Montage: Heiko Weckbrodt

Ab Sommer 2015 gibt es kostenloses WLAN in der Dresdner Innenstadt. Fotos: Christoph Münch, LHD, Heiko Weckbrodt, Montage: Heiko Weckbrodt

Wettbewerbs-Prüfungen verzögerten WLAN-Projekt der DIG

Dresden, 24. November 2014: Dresden bekommt ab Mitte 2015 schrittweise ein kostenlos nutzbares WLAN-Netz, mit dem Touristen und Eingeborene jederzeit und mit nur wenigen Einschränkungen ins Internet gehen können. Das hat Matthias Hundt von der „Dresden Information GmbH“ (DIG) angekündigt, die das Netz aufbauen und betrieben will. „Wir möchten damit den Standort Dresden attraktiver machen – als Reiseziel, aber zum Beispiel auch für Kongressveranstalter“, sagte er.

Waberlohen sollen Porno und Piraterie abblocken

Sein Konzept sieht vor, dass sich Dresdner und Dresden-Besucher dann gratis und anonym mit ihren Computertelefonen und anderen mobilen Geräten ins Internet einwählen und ohne Zeitbeschränkung surfen können – anders als zum Beispiel bei den Dresdner WLAN-Sendern („Hotspots“) von „Kabel Deutschland“, die nur für eine halbe Stunde pro Tag gratis sind. Durch Firewalls (Computerschutzschilde) werde sichergestellt, dass die Nutzer keine „Filesharing“-Dienste für illegale Downloads über dieses „Dresden-WLAN“ verwenden, betonte Hundt. Auch werden zum Beispiel Porno-Seiten gesperrt. Zudem werde man technische Vorkehrungen treffen, damit dieses Kostenlos-Funknetz privaten Internet-Anbietern keine Konkurrenz mache. Sprich: Die DIG will – wie auch immer – verhindern, dass beispielsweise Innenstadt-Bewohner das kostenlose Stadtnetz als Ersatz für DSL-Anschlüsse verwenden.

Startinvestitionen von 1,5 Millionen Euro

Ursprünglich sollte das Stadt-WLAN bereits Anfang 2014 starten, hatte sich aber wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken letztlich um anderthalb Jahre verzögert, wie Hundt einräumte. Denn der Aufbau des Hotspot-Netzes soll insgesamt rund 1,5 Millionen Euro kosten. Einen kleineren Teil wollen Hoteliers, Pensionsbetreiber, Wirte und andere private Akteure finanzieren, die an einer touristischen Belebung der Stadt interessiert sind, sich so teilweise auch eigene WLAN-Netze für ihre Gäste sparen möchten. Insgesamt habe man schon rund 200 Partner gefunden, die mitmachen wollen, sagte Hundt.

Finanzierung vor allem durch Fördergelder

Loge der Digitalen Offensive Sachsen. Abb.: Freistaat Sachsen

Loge der Digitalen Offensive Sachsen. Abb.: Freistaat Sachsen

Aber bis zu 80 Prozent dieser Startinvestitionen will sich die DIG über das Landesprogramm „Digitale Offensive Sachsen“, in dem wiederum EU-Geld steckt, fördern lassen. Daher hatte das sächsische Wirtschaftsministerium die Anträge dahingehend geprüft, ob dadurch privatwirtschaftliche Initiativen behindert werden. Diese Prüfungen seien aber nun zugunsten des DIG-Projekts – mit einigen Auflagen – abgeschlossen, berichtete Hundt.

Start im Sommer am Neumarkt und Theaterplatz

Die ersten Hotspots sollen im kommenden Sommer betriebsbereit sein. Geplant ist zunächst etwa ein Dutzend WLAN-Sender, die den Neumarkt und den Theaterplatz mit kostenlosem Internetfunk versorgen. Danach sollen schrittweise weitere touristisch besonders interessante Orte wie der Zwinger, der Altmarkt und die Hauptstraße, später auch die Areale am Flughafen und gen TU-Campus folgen. Etwa vier Jahre werde es dauern, so schätzt der DIG-Ko-Geschäftsführer, bis ein flächendeckendes WLAN-Netz über die Innenstadt sowie ausgewählte andere touristisch relevante Gegenden Dresdens gespannt sei.

Angebot soll Dresden als Reiseziel und für Kongresse attraktiver machen

In der Nutzung durch private Dresden-Besucher und Kongressgäste sieht die DIG – die sich im Stadtauftrag bereits um die klassische, „analoge“ Touristeninformation kümmert – auch das Hauptanliegen des „Dresden-WLAN“. „Das dürfte sich rasch herumsprechen und Dresden attraktiver machen“, ist Hundt überzeugt. Aber auch die Dresdner selbst werden das Netz natürlich nutzen können.

Anonyme Einwahl – aber mit lokalisierter Werbung

Einwählen kann man sich künftig in das kostenlose „Dresden WLAN“ anonym. Auch die MAC-Adressen, die jedes elektronische Gerät weltweit einzigartig machen, werden nicht gespeichert, versicherte Hundt. Dirigiert wird man nach der Einwahl aber zunächst auf ein Startportal. Dort werden Sehenswürdigkeiten, Kneipen, Hotels und andere touristische Offerten angepriesen. Die DIG stellt sich insbesondere auch einen auf WLAN-Zellortung basierenden Dienst vor, der dem Netznutzer Apotheken, Info-Punkte, Läden und Lokale in der Nähe anzeigt – was letztlich auf Werbung hinausläuft. Allerdings soll dies nicht auf nervende Popup-Reklame auf Schritt und Tritt hinauslaufen, versicherte der DIG-Manager. Auch werde man von dem Startportal aus ganz normal ins freie Internet wechseln können. Autor: Heiko Weckbrodt

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