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Dresdner Technikmuseum wird zum Multimedia-Leuchtturm

"Die Welt ist nicht genug" heißt dieser Wettbewerbsbeitrag für MB21 aus Dortmund. Foto: Ulrike Korbach

„Die Welt ist nicht genug“ heißt dieser Wettbewerbsbeitrag für MB21 aus Dortmund. Foto: Ulrike Korbach

Großer Andrang zum Medienfestival 2014 in den Technischen Sammlungen Dresden

In ein buntes Mitmachlabor für junge Multimediakünstler und solche, die es werden wollen, sind an diesem Wochenende die alten Ernemann-Kamerawerke in Dresden-Striesen mutiert, in denen heute ein Technikmuseum residiert: Die Besucher konnten in den „Technischen Sammlungen Dresden“ (TSD) Retro-Videospiele zocken, virtuelle Landschaften in „Minecraft“ konstruieren und die dann auf dem 3D-Drucker in die physische Welt transformieren, durch Tänze Klangstücke komponieren und dergleichen mehr – und der Andrang vor allem von Familien mit Kindern war groß. Anlässlich des Festivals, das heute und morgen stattfindet, sind die TSD übrigens als Multimedia-Leuchtturm illuminiert.

Videoimpressionen vom Medienfestival (hw):

Junge Dresdner Robotiker räumen einen Hauptpreis ab

Kullmann, Maximilian Kotz und Tobias Jordan (hinten) tunen ihren Legoroboter. Foto: Heiko Weckbrodt

Kullmann, Maximilian Kotz und Tobias Jordan (hinten) eichen ihren Legoroboter. Foto: Heiko Weckbrodt

Am Abend verlieh eine Jury dann die Preise des diesjährigen Jugendmultimediawettwerbs „MB21“. Zu den Hauptgewinnern gehörten die jungen Dresdner Robotiker Justus Kullmann (16), Maximilian Kotz (15) und Tobias Jordan (13) vom Kinder- und Jugendhaus „Insel“. Sie errangen einen 1. Preis in der Altersklasse „11 bis 15 Jahre“ mit einem Legoroboter, der den ungarischen Zauberwürfel in Windeseile löst. Die Juroren lobten insbesondere die kreative Lösung der Trio, die mit beschränkten technischen Mitteln zu einer Lösung kamen, der es Spaß macht zuzusehen.

„Panoptikum“-Installation reflektiert überwachte digitale Welt

Mit „Panopticon“ wurde auch ein interessantes Kunsterlebnis mit aktuellem politischen Bezug zurecht mit einem Sonderpreis bedacht: Der Besucher betritt in der von Erik Freydank und Kevin Röhl aus Berlin und Mainz entworfenen Installation einen abgedunkelten Raum, in dessen Mitte ein altes Drehscheibentelefon ruht, umgeben von Tonbandgeräten, wie sie einst die Stasi für Abhöraktionen verwendete. Klingelt man die Nummer dort an, meldet sich eine Bandmelodie – und 24 Stunden später erhält der Anrufer eine SMS, in der all das aufgelistet ist, was NSA und andere Geheimdienste allein durch dieses Telefonat über den Anrufer herausfinden kann.

„Ichi-Kousatsu“ lässt Lichtbäume wachsen

Von eher lyrischer Qualität ist die Lichtinstallation „Ichi-Kousatsu“, die einen dritten Preis in der Altersklasse „21 bis 25 Jahre“ bekam: In dem ebenfalls abgedunkelten Raum projiziert ein Beamer einen Licht-Schatten-Ast an die Wand. Bleibt der Besucher ganz ruhig sitzen, wachsen knisternd Blüten und Zweige aus dem Ast. Zappelt er herum, fegt ein virtueller Wind den Ast wieder kahl – eine Mahnung, auch einmal innezuhalten und „eine wundervolle Erfahrung, die meditativ und nachdenklich macht“, so die Jury. Autor: Heiko Weckbrodt

Medienfestival 2014 in den Technischen Sammlungen, 15. u. 16. November 2014, jeweils ab 10 Uhr, Technische Sammlungen Dresden, Junghansstr. 1, Eintritt frei
 
-> Die MB21-Preisträger in allen Kategorien sind hier zu finden.

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