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Meta-Mädchen verwandelt sich bald auf dem iPad

Meta Morfoß kommt aufs iPad. Abb.: Maxim Litvinov, Daktylos Media

Meta Morfoß kommt aufs iPad. Abb.: Maxim Litvinov, Daktylos Media

Dresdner Kinderbuch-App nach Peter Hacks angetestet

Schon als Baby war Meta Morfoß ein ganz besonderes Mädchen – geboren mit der Fähigkeit, sich zu verwandeln: Eines Abends zum Beispiel fanden Metas Eltern eine Wärmflasche statt ihr Kind im Bett vor. Welche Verstrickungen sich aus Metas Wandelkünsten ergeben, was es mit bärtigen Tanten auf sich hat und mit Flugzeug-Engel-Begegnungen, hat der DDR-Autor Peter Hacks (1928-2003) vor 40 Jahren in seiner Kindergeschichte „Meta Morfoß“ fabuliert. Und nun kommt Meta zu späten App-Ehren: Anfang Dezember 2014 wollen die Dresdner Kreativen Anna Burck und Nikolay Barabanov, die eigens dafür die Firma „Daktylos Media“ gegründet haben, „Meta Morfoß“ als Lesespiel-App fürs iPad veröffentlichen. Im Februar soll eine Android-Version folgen. Wir hatten die Gelegenheit, die Kinder-App vorher anzutesten.

Video (hw): Anna Burck über das Konzept der "Meta"-App:

Kinder sollen lesen, nicht wild tippen

Und die unterscheidet sich in der Tat, wie von den Dresdner Machern versprochen, von anderen Kinderbuch-Programmen, die es bereits in der iPad-Welt gibt. Dafür sorgt nicht nur Hacks’ zeitlose Kindergeschichte, sondern auch die hübschen phantasievollen Animationen und vor allem der lesezentrierte Ansatz: „Viele Kinderbuch-Apps sind so aufgebaut, dass die Kinder verleitet werden, nur wild auf dem Bildschirm herumzutippen, um möglichst schnell möglichst viele Aktionen auszulösen“, sagt Anna Burck. „Unsere App soll die Kinder anregen, sich die Texte auch wirklich durchzulesen.“

Schlüsselworte manchmal schwer zu erahnen

Anna Burck & Nikolay Barabanov sind die Macher hinter Meta Morfoß. Foto: Ellen Türke, Daktylos Media

Anna Burck & Nikolay Barabanov sind die Macher hinter Meta Morfoß. Foto: Ellen Türke, Daktylos Media

So werden in der App immer jeweils eine der von Maxim Litvinov gestalteten Illustrationen und die dazugehörige Textseite angezeigt. Erst wenn die Kinder auf drei Schlüsselwörter im Text tippen, werden Animationen ausgelöst und es geht weiter in der Geschichte. Nicht so ganz gefallen hat uns, dass man die drei Wörter pro Seite in einer ganz bestimmten Reihenfolge antippen muss, zudem wären ein paar mehr organische Hinweise sinnvoll, auf welche Schlüsselwörter die Macher jeweils hinauswollten. Immerhin besteht nicht die Gefahr, dass man frustriert steckenbleibt: Ein Hilfesystem ist am oberen Bildschirmrand abrufbar, das dann doch Tipps gibt.

Phantasievolle Illustrationen und Animationen

Insgesamt machte die App im Kurztest aber einen sehr guten Eindruck gemacht, sie dürfte für lesekundige Kinder sicher auch sehr anregend sein. Vor allem gefallen haben mir der leseorientierte Fokus und die schönen Illustrationen und Animationen.

App ist jetzt unter Apples Zensurlupe

Im Moment sei die App in der Prüfphase durch Apple, berichtet Anna Burck, die auf eine Altersklassifikation „ab 4 Jahre“ hofft. „Ein bisschen Sorge haben wir im Nachhinein bekommen, weil an einer Stelle im Hacks-Text das Wort ,Bier’ auftaucht“, gesteht Burck. Und man wisse ja, wie eng die Amerikaner manchmal Themen wie Alkohol sehen. Wenn die Apfel-Zensoren aber nicht zu streng sind und die digitale Meta ankommt, wollen die beiden Dresdner jedenfalls eine ganze Kinderbuch-App-Reihe folgen lassen. Autor: Heiko Weckbrodt

-> Hinweis: Wer die App selbst einmal austesten will, hat dazu am Sonnabend und Sonntag Gelegenheit: Dann stellt Daktylos Media die Meta-App jeweils ab 10 Uhr am Rande des MB21-Multimediafestivals in den Technischen Sammlungen Dresden, Junghansstraße 1, vor.

Zum Weiterlesen:

Dresdner wollen Meta Morfoß aufs iPad bringen

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