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Uniklinik will „Stiefkindern der Medizin“ helfen

Testlabor der Medizingeräte-Firma Partec GmbH in Görlitz. Insgesamt arbeiten inzwischen rund 2000 Menschen in der sächsischen Biotechnologie. Abb.: Partec

Abb.: Partec

Zentrum für „Seltene Krankheiten“ gegründet

Dresden, 5. November 2014: Was Husten, Grippe oder Zuckerkrankheit sind, weiß so ziemlicher jeder zu sagen. Doch was ist eine „46,XX-DSD – Skelettanomalie“? Oder ein „Aarskog-Scott-Syndrom“? Nun, das sind zwei von rund 8000 – meist nur der Fachwelt und den Betroffenen bekannten – Krankheiten, die offiziell als „selten“ gelten. Dabei handelt es sich um Erkrankungen, die meist genetisch bedingt sind und an denen nur ganz wenige Menschen weltweit leiden, teilweise nur einzelne Familien. Um diesen Menschen dennoch helfen zu können, hat die Dresdner Universitätsklinik heute ein „Universitäts-Centrum für Seltene Erkrankungen“ (USE) für diese „Stiefkinder der Medizin“ gegründet.

Spezialisten in Fallkonferenzen bündeln

„Wenn eine Erkrankung nur wenige hundert Menschen oder gar nur einzelne Familien betrifft, stellt das die Medizin vor große Herausforderungen“, betonte Prof. Michael Albrecht, der medizinische Vorstand des Uniklinikums. „Vor allem die Universitätsklinika spielen hier seit jeher eine entscheidende Rolle: Sie bündeln naturgemäß die erforderliche fachliche Vielfalt und Expertise.“ Das Zentrum verfolgt dabei vor allem den Ansatz, Spezialisten verschiedener medizinischer Disziplinen in Fallkonferenzen zu bündeln.

5 von 10.000 betroffen

Laut Uniklinik-Angaben gilt eine Erkrankung als selten, wenn weniger als 5 von 10.000 Menschen von ihr betroffen sind. Ausgehend von etwa 8.000 seltenen Erkrankungen sind demnach in Deutschland rund vier Millionen Menschen von einer solchen Erkrankung betroffen. hw

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