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„Ryse“: Blutrünstig-opulente Metzelei im antiken Rom

Rom brennt - aber nicht Nero hat es in "Ryse" angezündet, sondern die Barbaren. Abb.: Crytek

Rom brennt – aber nicht Nero hat es in „Ryse“ angezündet, sondern die Barbaren. Abb.: Crytek

Grafisch setzt Cryteks neues Action-Spiel Maßstäbe

Die Barbaren belagern Rom, Kaiser Nero schreit nach Hilfe und wer kommt? Prätorianer-General Marius Titus haut den alten Fettsack raus und „hauen“ ist hier wörtlich gemeint: Das neue Antik-Action-Spiel der deutsch-türkischen Software-Schmiede „Crytek“ – bisher vor allem durch seine „Crysis“-Shooter bekannt – erzählt zwar auch eine dramaturgisch durchdachte Geschichte aus dem antiken Rom rund um den Aufstieg von Marius vom einfachen Soldaten zum General. Es inszeniert aber vor allem die Kampfszene als optisch opulente und nicht jugendfreie Metzelei, in der unserer Recke im Blutrausch Arme und Beine amputiert wie ein Metzger.

Werbevideo (Grytek, nur für Volljährige geeignet):

Nix für Shooter-Freunde

Blutrünstiges Gemetzel: Wenn Marius zuhaut, dann fehlen hinterher meist Arme und Beine beim Gegner. Abb.: Crytek

Blutrünstiges Gemetzel: Wenn Marius zuhaut, dann fehlen hinterher meist Arme und Beine beim Gegner. Abb.: Crytek

Aber eines muss man eben auch sagen: „Ryse“ ist kein 3D-Shooter, der in die Antike versetzt wurde, sondern eher ein Prügel-und-Fecht-Epos. Zwar können wir als Marius gelegentlich auch mal Fernwaffen einsetzen, zum Beispiel Skorpione und Katapulte. Aber im Wesentlichen wird in „Ryse“ gefochten, getreten und massakriert wie in einem klassischen Videokonsolen-Wrestling-Spiel – nur eben grafisch perfektioniert. Die Steuerung ist insofern für PC-Shooter-Freunde gewöhnungsbedürftig, soll man doch mitten im Gefecht allerlei Tasten drücken, um dann in Zeitlupe die Gegner möglichst schauträchtig hinzurichten – wofür man dann eigene Lebenspunkte regeneriert oder Erfahrungs-Punkte einsammelt, die man dann wiederum einsetzen kann, um Marius’ Fähigkeiten und Kampfstil aufzupimpen.

Fazit: Eine blutige Augenweide, aber kein „Crysis“ in der Antike

Neben den antiken Stadtlandschaften beeindrucken auch die detaillierten Gesichtszüge der Spielefiguren. Abb.: Crytek

Neben den antiken Stadtlandschaften beeindrucken auch die detaillierten Gesichtszüge der Spielefiguren. Abb.: Crytek

Optisch und grafiktechnisch setzt „Ryse“ Maßstäbe – so pracht- und effektvoll hat man das antike Rom und Gladiatoren-artige Kämpfe à la „Spartacus“ bisher auf dem PC in Szene gesetzt gesehen. Weil sehr blutrünstig, ist das Gemetzel zurecht nur für Volljährige zugelassen. Spielprinzipien und -Steuerung sprechen dagegen wohl eher ein jüngeres, konsolen-sozialisiertes Publikum an, mit Abstrichen auch Rollenspiel-Fans. Ein modern-antikes „Crysis“ ist „Ryse“ jedenfalls nicht. Autor: Heiko Weckbrodt

Ryse“ (Crytek/Deep Silver), Antik-Fecht-Action, USK 18, hier bei Steam
 

Zum Weiterlesen:

„Crysis 3“: Im Nanosuit gegen Konzernschergen

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