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Sachsens Wirtschaft erwartet Konjunkturdämpfer

Wachstumstreiber Autoindustrie in Sachsen - hier ein Blick in die i8-Montage im BMW-Werk Leipzig. Foto: BMW

Blick in die i8-Montage im BMW-Werk Leipzig. Foto: BMW

Mindestlohn und Russlandkrise machen Firmen Sorge

Dresden, 23. Oktober 2014: Die sächsische Wirtschaft rechnet mit einer schlechteren Geschäftslage in den nächsten Monaten – vor allem wegen der geopolitischen Krisen zum Beispiel in Russland und im Nahen Osten und weil Anfang 2015 der neue Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde eingeführt wird. Das hat die Herbst-Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) Dresden, Leipzig und Chemnitz unter 1705 Unternehmen mit insgesamt 95.000 Beschäftigten ergeben.

Lage im Raum Dresden günstiger

Eine Fraunhofer-Mitarbeiterin kontrolliert im Reinraum des Dresdner Photonik-Institut, der für 45 Millionen Euro modernisiert werden soll. Abb.: IPMS

Abb.: IPMS

Im Raum Dresden allerdings ist die gefühlte Verunsicherung der Unternehmer wohl größer als die tatsächliche Geschäftsentwicklung. „Auftragslage, Umsätze und Exporte entwickeln sich in unserem Kammerbezirk eigentlich gar nicht so schlecht“, schätzte der Dresdner IHK-Sprecher Lars Fiehler ein.

Ostsächsische Auftragslage recht gut, doch Verunsicherung macht sich breit

Er führt diese Schere in der ostsächsischen Wirtschaft zwischen Erwartung und Praxis teils auf psychologische Faktoren zurück. Ein Hintergrund dürfte da sein, dass zum Beispiel viel über russische, amerikanische und EU-Handelsembargos oder entsprechende Pläne berichtet wird, dies aber wichtige Abnehmer-Märkte für Elektronik- und Maschinenbau sind.

Zudem werde, so Fiehler, die sächsische Industrie (insbesondere in und um Leipzig und Chemnitz) insgesamt stark von den Marktschwankungen im Fahrzeugbau beeinflusst, während die Wirtschaft im Kammerbezirk Dresden breiter aufgestellt sei und es den ostsächsischen Leuchtturm-Branchen wie Ernährungsmittel-Wirtschaft und Mikroelektronik gar nicht so schlecht gehe.

Der Konjunkturklima-Index in Sachsen zeigt deutlich nach unten. Abb.: IHK DD

Der Konjunkturklima-Index in Sachsen zeigt deutlich nach unten. Abb.: IHK DD

Einzelhandel fürchtet Mindestlohn, Industrie und Großhandel sorgen sich um Russland-Konflikt

Sachsenweit hat sich die Geschäftslage laut IHK-Umfrage nur leicht verschlechtert, dafür aber der Konjunktur-Ausblick: So ist der Geschäftsklima-Index um zehn Punkte gefallen. Nur noch 17 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einer besseren Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten. So schwant der sächsischen Industrie und dem Großhandel Übles durch den Handelskonflikt mit Russland, während vor allem der Einzelhandel mit steigenden Personalkosten durch den Mindestlohn rechnet. „Der Beschäftigungsaufbau in der sächsischen Wirtschaft dürfte kaum noch vorankommen“, hieß es von den Kammern. Autor: Heiko Weckbrodt

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