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Sachsen leihen immer mehr eBücher

Eine ganze Bibliothek im Westentaschenformat: Immer mehr Deutsche lesen Bücher lieber eektronisch. Abb.: Bitkom

Abb.: Bitkom

74 Prozent mehr virtuelle Medien geladen –Dresden an der Spitze

Kamenz/Dresden, 22. Oktober 2014: Die Nachfrage nach elektronischen Büchern (eBooks) und anderen digitalen Leih-Medien ist in Sachsen stark gestiegen: Rund 244.000 Mal haben sich die sächsischen Lesefreunde eMedien in öffentlichen Bibliotheken ausgeliehen, das entspricht einer Steigerung um 76 Prozent. Das teilte heute das Statistische Landesamt Sachsen in Kamenz mit Blick auf den „Tag der Bibliotheken“ am 24. Oktober mit. Bundesweit legten die virtuellen Entleihungen sogar um 107 Prozent zu.

Jedes dritte eAusleihe durch Dresdner

Im Sachsen-Vergleich erwiesen sich die Dresdner als eifrigste eBook-Fans –sie waren für über ein Drittel der virtuellen Entleihungen im Freistaat verantwortlich, ein weiteres knappes Viertel entfiel auf die Leipziger. Zu erklären ist dies vor allem durch die immer stärkere Verbreitung von Tablettrechnern, eReadern, Computertelefonen und anderen Geräten, auf denen man eBücher lesen kann – und durch den massiven Ausbau des eBuch-Angebots in den Großstadt-Bibliotheken. So haben die Städtischen Bibliotheken Dresden beispielsweise das digitale Buchsortiment ihrer virtuelle Filiale „eBibo“ wegen der großen Nachfrage vor allem in den vergangenen zwei Jahren stark erweitert, wie Vize-Direktor Roman Rabe auf Anfrage erklärte. „Wir werden diesen Kurs auch weiter fortsetzen“, kündigte er an. Bis zum Jahresende werde sich der elektronische Medienbestand gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel vergrößert haben. Das spiegelt sich auch in den jüngsten eBibo-Statistiken: Demnach liehen die Dresdner in den ersten drei Quartalen 2014 rund 104.000 elektronische Medien aus, 63 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Das ist weit jenseits von allem, was wir in unseren klassischen Stadtteil-Bibliotheken erreichen“, sagte Rabe.

Dresdner gelten seit jeher als große Bibliotheks-Fans

Eine ganze Bibliothek in einem halbe Kilo iPad: Was will man mehr? Abb.: hw

Abb.: hw

Generell gelten die Dresdner im Bundes-, wie im Sachsenvergleich als besonders eifrige Bibliotheks-Freunde, wie erst im Sommer wieder der deutschlandweite Bibliotheken-Benchmark „BIX“ gezeigt hatte. Innerhalb des Freistaates liegen die unangefochten an der Spitze: Im Schnitt hat jeder Dresdner im vergangenen Jahr 10,8 Bücher in öffentlichen Bibliotheken ausgeliehen und damit fast doppelt soviele wie der durchschnittliche Sache (5,7 Bücher). Zum Vergleich: Pro Einwohner waren es in Leipzig 3,5 Bibliotheksbücher, in Chemnitz 8,3, in Meißen beispielsweise nur drei Bücher. Bundesweit erreichen die Dresdner Bibliotheken seit über zehn Jahren Spitzenwerte in puncto Entleihungen pro Einwohner, sie werden nur von Stuttgart getoppt.

Dresdner extrem kulturorientiert

Für die Dresdner Lesefreude sieht der Bibliotheken-Vizedirektor mehrere Gründe: „Während andere Großstädte den Lesern nur Zentralbibliotheken anbieten, zu denen nicht alle Bürger gut hinkommen, wird unser dezentrales Bibliotheksnetz hier in Dresden sehr gut angenommen“, erklärt er. Auch setze man auf zwar vergleichsweise kleine, aber immer sehr aktuelle Buchbestände. Und: „Generell sind die Dresdner extrem kulturorientiert und ganz begierig auf Wissen, auf Informationen“, ist Rabe überzeugt. „Das finden sie in dieser Vehemenz in kaum einer anderen Stadt.“ Autor: Heiko Weckbrodt

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