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„Edge of Tomorrow“: Zeitsprung-Feigling heizt Aliens ein

Der degradierte Major Cage (Tom Cruise) wird in einen Kampfanzug gesteckt und rennt - in die falsche Richtung. Foto: Warner

Der degradierte Major Cage (Tom Cruise) wird in einen Kampfanzug gesteckt und rennt – in die falsche Richtung. Foto: Warner

Tom Cruise stirbt in der Normandie – wieder und wieder

Major Cage (Tom Cruise, „Phantom-Protokoll“) ist ein Hasenfuß, wie er im Buche steht: Als die Aliens die Erde überrennen, tönt der PR-Offizier vor den Fernsehkameras markig über den Widerstandswillen der Menschheit. Doch als ihn General Brigham (Brendan Gleeson, „Die Akte Grant“) ihn an die Front in die Normandie schickt, macht er sich fast in die Hosen – und stirbt keine fünf Minuten, nachdem man ihn in ein Exoskelett-Kampfanzug gesteckt und über dem Strand abgeworfen hat. Damit könnte der Science-Fiction-Film „Edge of Tomorrow“ auch schon zu Ende sein, doch Cage bekommt eine zweite Chance: Durch einen Alien-Kontakt gerät er in eine Zeitschleife, durchlebt den blutigen Tag wieder und wieder und wieder – bis er sich mit der Supersoldatin Rita Vrataski (Emily Blunt, „Die Muppets“) zusammentut, die Cage mit einem Ziel trainiert: Den Zeitsprung-Tag irgendwann so lange zu überleben, bis der außerirdische Mastermind ausgeschaltet werden kann…

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Bitte nicht schon wieder Kopfschuss!

Nun sind Zeitsprung-Geschichten alles andere als eine neue Idee im Genre. Und wie lustig das sein kann, hat spätestens Bill Murray in „Täglich grüßt das Murmeltier“ gezeigt. Aber so aufwendig und actionorientiert inszeniert wie hier hat man das Sujet bisher kaum gesehen. Zudem beginnt Tom Cruise dankenswerterweise auch etwas Selbstironie in seine Rollen einzubauen, statt immer nur den amerikanischen Traumhelden zu reproduzieren – wobei der Film gegen Ende hin doch wieder nur in patriotisches Pathos abgleitet. Einen besonderen morbiden Charme hat es aber beispielsweise, wenn die Heulsuse Cage seine Trainerin Rita „Full Metal Bitch“ Vrataski nach Übungsunfällen immer wieder anbettelt, den Tag nicht schon wieder per Kopfschuss zurückzusetzen.

Gut durchtrainiert: Die "Full Metal Bitch" Rita Vrataski (Emily Blunt). Foto: Warner

Gut durchtrainiert: Die „Full Metal Bitch“ Rita Vrataski (Emily Blunt). Foto: Warner

Dokus über Exoskelett und Viren-Aliens an Bord

Erschienen ist das aufwändige Sci-Fi-Spektakel nun fürs Heimkino. Als Boni gibt’s auf der DVD zwei kurze Dokus über den Designprozess der virenähnlichen Aliens und über die Exoskelett-Anzüge der Zukunftssoldaten.

Foto: Warner

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Fazit: kurzweilig

Das Story-Grundgerüst ist zwar altbekannt, doch dafür recht spektakulär in Szene gesetzt. Für einen kurzweiligen Heimkino-Abend ist „Edge of Tommorrow“ allemal gut. Autor: Heiko Weckbrodt

Edge of Tomorrow“ (Warner), Zeitsprung-Sci-Fi, USA 2014, mit Tom Cruise, Emeliy Blunt und Brendan Gleeson, 109 Minuten, FSK 12, DVD 12, Bluray 13 Euro
 

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