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Sachsen speisen ihre Geschichte ins Netzportal D ein

Logo: Archivportal D

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Die Partys von August des Starken und Dresdner Wende-Debatten online einsehbar

Dresden, 24. September 2014: Wie hat der sächsische Königshof reagiert, als der I. Weltkrieg ausbrach? Wie hat August der Starke seine Partys gefeiert? Wie hoch her ging es im Dresdner Bezirkstag, als die Revolution ihren Lauf nahm? Diesen und anderen Fragen können historisch interessierte Online-Forscher nun im Internet nachgehen. Das sächsische Staatsarchiv ist nämlich heute dem neuen deutschen Netz-Angebot „Archivportal D“ beigetreten und hat dort unter anderem Tonband-Mitschnitte von den Tagungen der Dresdner „Räte der Bezirke“ zwischen DDR-Zusammenbruch und Wiedervereinigung digital eingespeist, außerdem Akten des kurfürstlich-königlichen Oberhofmarschallamtes in Dresden aus der Zeit zwischen 1550 und 1918. „Sachsens Geschichte ist jetzt bundesweit recherchierbar“, begrüßte dies der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU). „Die Online-Plattform erleichtert die Arbeit vieler Wissenschaftler und Bürger.“

Bald auch alte Audi-Akten im Netz

„Als nächstes werden wir voraussichtlich unsere elektronischen Findbücher im Internet verfügbar machen“, kündigte der Dresdner Hauptstaatsarchiv- Referatsleiter Dr. Peter Wiegand an. Weitere Volltext-Dokumente sollen folgen. Darunter werden beispielsweise Aufsichtsratsprotokolle und technische Zeichnungen des einst sächsischen Autoherstellers Audi/Autounion sein, ein Leipziger Musikarchiv sowie zahlreiche Urkunden, Karten und andere Einzelstücke. Auf längere Sicht wolle man etwa 5 % des Gesamtarchivbestandes als Volltext online stellen, erklärte Wiegand. Leider würden „Personal- und Sachkosten für den Unterhalt hier Grenzen setzen“.

Archivportal ist Teil der „Deutschen Digitalen Bibliothek“

Auch diese von August dem Starken vor 1733 veranlassten Umbaupläne für den Dresdner Zwinger sind in den Online-Akten des Oberhofmarschallamts zu finden. Repro: HStA Dresden

Auch diese von August dem Starken vor 1733 veranlassten Umbaupläne für den Dresdner Zwinger sind in den Online-Akten des Oberhofmarschallamts zu finden. Repro: HStA Dresden

Das „Archivportal D“ ist ein Spartenzugang speziell zu Archivmateralien innerhalb der „Deutschen Digitalen Bibliothek“, zu deren digitalen Haupteinspeisern – neben dem Münchner Staatsarchiv – übrigens die Sächsische Landes- und Uni-Bibliothek SLUB in Dresden gehört. Ziel dieses Projektes ist es, nach und nach möglichst viel deutsches Kulturgut in Form digitaler Kopien im Internet zur freien Recherche verfügbar zu machen.

Das sächsische Staatsarchiv verwahrt insgesamt rund 110 Kilometer Akten, Urkunden und andere Dokumente aus 1100 Jahren Geschichte. Seit 1. August 2014 bietet es auch über ein eigenes, regionales Internetportal rund 1,5 Millionen Datensätze elektronisch erschlossener Archivbestände im Netz an. Damit sind nun ein Viertel aller Bestände bzw. Findbücher des Staatsarchivs digitalisiert. Das bundesweite „Portal D“ wird offiziell heute Abend beim „Deutschen Archivtag“ in Magdeburg freigeschaltet. Autor: Heiko Weckbrodt

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