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Weißer Kosmo-Zwerg verschluckt sich und explodiert

Künstlerische Visualisierung der 1a-Supernova in einem Doppelstern-System. Visualisierung:  ESA/ATG medialab/C. Carreau

Künstlerische Visualisierung der 1a-Supernova in einem Doppelstern-System. Visualisierung: ESA/ATG medialab/C. Carreau

Weltallkarten-Zeichnerin „Gaia“ entdeckt Supernova

Lagrange-Punkt 2, 13. September 2014: Die europäische Raumsonde „Gaia“, die eigentlich eine hochgenaue Karte des Weltalls anfertigen soll, hat zufällig eine ganze besondere Supernova in einer weit entfernten Galaxis entdeckt: In einem Zwei-Sternen-System, etwa eine halben Milliarde Lichtjahre von der Erde entfernt, ist ein Stern des Typs „Weißer Zwerg“ explodiert.

Zwerg hat sich Gas bei seinem Sternenzwilling abgezweigt

Gaia vermisst unsere Galaxis. Abb.: ESA

Gaia vermisst unsere Galaxis. Abb.: ESA

Normalerweise sind nur sehr große Sterne am Ende ihrer „Lebenszeit“ zu solch einem Ausbruch fähig. In diesem Fall aber hat der weiße Zwerg einen Trick benutzt: Er hat solange Masse von seinem Schwester-Gestirn abgesaugt, bis er die kritische Masse für eine „Tpy 1a“-Supernova erreicht hatte und geplatzt ist – gewissermaßen ein kosmischer Fall von „völlig überfressen“. Die Astronomen auf der Erde sind nun total aus dem Häuschen wegen dieser seltenen Zufallsentdeckung und hoffen darauf, dass „Gaia“ schon bald täglich Sternenexplosionen nach Hause liefert. Bei Supernovae entstehen unter anderem die richtig schweren Elemente im Kosmos wie beispielsweise Eisen.

Animation vom "Gaia"-Start (ESA):

„Gaia“ am Lagrange-Punkt 2 geparkt

Die europäische Raumfahrtbehörde ESA hatte „Gaia“ im Dezember 2013 gestartet und zum „Lagrange-Punkt 2“ zwischen Erde und Sonne manövriert, damit sie von dort aus eine hochdetaillierte Karte der Sterne im uns sichtbaren Kosmos anfertigt. Als „Langrange-Punkt“ bezeichnet man fünf mögliche Stellen im Weltall zwischen zwei massereichen Objekten – in diesem Fall der Sonne und der Erde –, an denen sich die Anziehungskraft zwischen ihnen gegenseitig ausgleicht. Für ein Raumschiff ist es an diesen fünf Stellen besonders bequem zu „parken“, weil sie dort ihre Position nicht ständig mit Triebwerken korrigieren müssen. Autor: Heiko Weckbrodt

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