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Dresdner Informatiker fordern Energie-Labels für Apps

Verbrauchs-Klassen sollen in den App-Stores den Energiehunger von Android-Programmen kennzeichnen. Abb.: TUD

Verbrauchs-Klassen sollen in den App-Stores den Energiehunger von Android-Programmen kennzeichnen. Abb.: TUD

Verbrauchs-Etiketten in App-Stores sollen für längere Akku-Laufzeiten sorgen

Dresden, 12. September 2014: Wer kennt das nicht? Über Nacht ist das eben noch vollgeladene iPhone oder Galaxy-Smartphone fast völlig leergesaugt, obwohl es wie immer nur im Standby-Modus auf dem Schreibtisch lag. Und dann fällt es dem Besitzer wie Schuppen aus den Haaren: Ach ja, diese neue App, die ich gestern installiert habe…

Deshalb sollen Apps für Computertelefone (Smartphones) künftig ähnlich wie Waschmaschinen oder Kühlschränke mit Energie-Verbrauchsetiketten versehen werden. Das haben Dresdner Informatiker auf einem „Innovationstag“ der TU Dresden vorgeschlagen, bei dem rund 170 Forscher und Wirtschaftsvertreter über künftige Energiespeicher diskutiert hatten. Durch entsprechende Kennzeichnungen der Mini-Programme in den App-Stores könnten die Nutzer die Akku-Laufzeit ihrer Telefone dann auch besser beeinflussen, betonten die Software-Technologen.

Video über den App-Energie-Benchmark (Englisch, TUD):

Die Dresdner TU-Softwaretechnologen haben eine Messmethodik für den App-Stromverbrauch entwickelt. Abb.: TUD

Die Dresdner TU-Softwaretechnologen haben eine Messmethodik für den App-Stromverbrauch entwickelt. Abb.: TUD

Benchmark: Hotmail-App ist Energieschleuder, „K-9“ vorbildlich

Das Team um Professor Uwe Aßmann vom TU-Lehrstuhl für Softwaretechnologie hat dafür auch bereits eine Testmethode (Benchmark) entwickelt – und signifikante Unterschiede bei Android-Apps gemessen. Demnach sind einige E-Mail-Programme, wie sie zum Beispiel „Hotmail“ für Andoid-Handy anbietet, üble Energieverpuffer, die den Telefon-Akku fast doppelt so schnell leersaugen wie die Klassenbesten im Testfeld, „K-9 Mail“ und „Google Mail.“

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Prof. Uwe Aßmann. Foto: TUD

TU-Professor Uwe Aßmann: Programmieren von heute ist energie-ignorant

Leider würden die meisten Programmierer Software heutzutage immer noch völlig „energie-ignorant“ entwickeln, erklärt sich Prof. Aßmann die Befunde. Angesichts der stark wachsenden Verbreitung vernetzter mobiler Geräte drohe dies aber zu einem ernsten Energieversorgungs-Problem zu werden.

Exzellenzforscher tüfteln an stromsparenden Programmiermethoden

Daher arbeiten er und seine Kollegen nun an energie-effizienten Programmiermethoden, die zum Beispiel sinnlose Hintergrund-Prozesse vermeiden und systematisch auf ihren Stromverbrauch überprüft werden. Dieser Ansatz ist auch einer der Schwerpunkte des Dresdner Exzellenzzentrums für fortgeschrittene Elektronik „cfaed“, an dem zahlreiche Technologiepfade zur Computertechnik von übermorgen erforscht werden. Autor: Heiko Weckbrodt

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