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DVD „Dario Argentos Dracula“: Grauenhafter Murnau-Abklatsch

Wenigstens gibt gelegentlich Möpse zu sehen - hier Draculas Leib-Vampyrin. Abb.: BSF

Wenigstens gibt gelegentlich Nakedeis zu sehen – hier Draculas Leib-Vampyrin. Abb.: BSF

Schlampige Vampir-Adaption aus Italien

Der junge Buchhalter Jonathan Harker (Unax Ugalde ) reist auf Bitten von Graf Dracula (Thomas Kretschmann, „Stalingrad“) nach Transsylvanien, um dort dessen Schlossbibliothek zu katalogisieren. Dabei hat er ein Amulett-Bild seiner Geliebten Mina um den Hals, die sofort des Grafen Gier weckt. Der saugt erst den Buchhalter aus, dann dessen Frau – wobei letztere plötzlich Hilfe vom Vampir-Jäger Van Helsing (Rutger Hauer, „Blade Runner“, „Die Mühle und das Kreuz“, „Blood & Flesh„) bekommt… Diese Geschichte ist so alt wie der deutsche Stummfilm – und schaut man sich Dario Argentos Neuverfilmung von „Dracula“ an, so könnte man tatsächlich denken, dass sich der Vampir-Film seit Murnaus „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (1922) keinen Millimeter vorwärts bewegt hat.

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Dracula wird zur C64-Heuschrecke

Thomas Kretschmann brauchte anscheinend dringend Geld - und hat in Argentos Machwerk den Dracula übernommen. Foto: Koch Media

Thomas Kretschmann brauchte anscheinend dringend Geld – und hat in Argentos Machwerk den Dracula übernommen. Foto: Koch Media

Was dem italienischen Regisseur Dario Argento als „Bereicherung“ des Genres einfällt, ist – neben ein paar anderen völlig fehlplatzierten Einschüben – ein unbeholfen eingefügtes Heuschrecken-Monster, in den sich Dracula eben mal verwandelt (Häh?), und das aussieht, als ob es mit einem antiken C64 gerendert worden wäre. Angepriesen wird dieses Machwerk wegen seiner angeblich „spektakulären Farb- und 3D-Effekte“, doch das kann wohl nur ein Witz sein: Die ganze Inszenierung ist völlig lieblos zusammengestückelt und wirr, die Ausleuchtung und Farbkomposition wirken ziemlich unprofessionell. Selbst Rutger Hauer in einer Nebenrolle ist da nur ein kleiner Lichtblick.

Erschienen ist dieser knapp zweistündige Lapsus nun auf DVD und Bluray. und dort findet man in der Bonussektion auch noch die dreiste Behauptung der Macher, all dies sei innovativ und Kult.

Fazit: Trash hoch 3

Abb.: Koch

Abb.: Koch

Diese italienische „Dracula“-Variante ist eine wahre Symphonie des C-Movie-Grauens. Wo bei Tarantino und Rodriguez der bizarre Genre-Mix („From dusk till dawn“) gekonnt trashig anmutet und funktioniert, ist Dario Argentos Dracula nur Trash, den man sich nur anschauen sollte, wenn man masochistische Neigungen in sich verspürt.

Autor: Heiko Weckbrodt

„Dario Argentos Dracula“ (Koch Media), Horrorfilm, Italien 2012 (DVD 2014), Regie: Dario Argento, mit Rutger Hauer und Thomas Kretschmann, FSK 18, DVD 13 Euro, 3D-Bluray 17 Euro

 

 

Zum Weiterlesen:

„Dark Shadows“: Vampirspaß mit Stars

„Byzantium“: Laszive Blutsaugerinnen

Zeitsprung-Horror „Wake up and Die“

2 Kommentare

  1. ichuwe@yahoo.de sagt

    Ganz schön peinlich, wenn man einen Film derart unseriös bewertet und man in dieser Review auch noch erkennen kann, das Herr Weckbrodt keine Ahnung hat. Der Regisseur von „From dusk till dawn“ ist gewiss nicht Quentin Tarantino.

    • Wurde auch nie behauptet. Das Drehbuch für From Dusk till dawn“ ist aber von Tarantino und seine Handschrift zieht sich sichtlich durch den ganzen Film. Ich habe Rodriguez als Regisseur aber jetzt noch eingefügt

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