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Smartphones verdrängen Kompakt-Kameras

Die Glanzzeiten der digitalen Kompaktkameras sind vorbei. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Glanzzeiten der digitalen Kompaktkameras sind vorbei. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Auch Spiegelreflex kann Talfahrt kaum bremsen

Scottsdale, 6. Juli 2014: Der Siegeszug der Computertelefone (Smartphones) hat nicht nur einstige Handy-Marktführer wie Nokia nahe an den Abgrund getrieben, sondern auch den früheren Boom-Markt der digitalen Kompakt-Kameras in den freien Fall geschickt. Hatte sich das Weltmarktvolumen zwischen der Jahrtausendwende und dem Spitzenjahr 2011 noch auf 143 Millionen verkaufte Kameras versiebenfacht, erwartet Marktanalyst „IC Insights“ für dieses Jahr nur noch einen weltweiten Absatz von etwa 100 Millionen Kameras. 2017 seien sogar nur noch 78 Millionen Stück zu erwarten.

Digicams trockneten Analogmarkt aus – um dann selbst zu siechen

Die Hintergründe liegen auf der Hand: Als die digitalen Kompaktkameras in den 1990ern in den Massenmarkt gelangten, hatten sie eine kleine Revolution ausgelöst. Binnen kurzem löschten sie die Analogfotografie und klassische Fotolabore fast aus und sorgten für derart einfach bedienbare und billige Kameratechnik, dass die „Kompakten“ zum Allerweltsartikel wurden.

Knackpunkt: Smartphone-Kameras werden immer besser

Grafik: IC Insights

Grafik: IC Insights

Doch dann erging es den Kompakt-Digitalkameras ähnlich wie den „Netbooks“, die für kurze Zeit den Notebook-Markt erleuchteten – und dann recht rasch von den Tablettrechnern beiseite geschubst wurden: Seitdem Samsung, HTC, Apple & Co. immer bessere Kameras und Bildverarbeitungs-Systeme in ihre Alleskönner-Smartphones integrieren, während Kompaktkameras weiter nur zum Knipsen gut sind, fragen sich viele Hobby-Knipser, welche fotografische Vorteile Digicams heute überhaupt noch gegenüber den Mobiltelefonen zu bieten haben, warum man sich extra eine Kamera kaufen soll, wenn man doch schon ein Smartphone hat.

Stete Netzverbindung gefragt

Abb.. IC Insights

Abb.. IC Insights

Zudem offerieren nur wenige Kompakt-Kameras die Möglichkeit, Fotos und Videos von unterwegs via Internet zu versenden oder auf Facebook, Youtube und andere Dienste hochzuladen. Angesichts der oft schon recht hohen Bildqualität der Smartphones schaffen sich daher im Amateursektor viele Konsumenten keine Extra-Kameras neben den Smartphones mehr an.

Impulse von Tablet, Auto und Sicherheitsbranche

Zwar wächst derweil auch der Markt für die anspruchsvolleren digitalen Spiegelreflexkameras, doch diese können den schrumpfenden Kompakt-Markt nicht ausgleichen, schätzten die „IC Insights“-Analysten aus Scottsdale (Arizona/USA) ein. Statt dessen rechnen sie demnächst mit Wachstumsimpulsen aus den Tablet-, PC-, Auto- und Sicherheits-Märkten für die Hersteller von Kamera-Chips. Autor: Heiko Weckbrodt

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