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Kühle Relais sollen Funklöcher flicken

Foto: redhat, Wikipedia, Lizenz: Public Domain

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Dresdner Projekt „CoolRelay“ soll auch Stromhunger in den Netzen senken

Dresden/Oberlungwitz, 29. Juni 2014: Nichts ist so ärgerlich wie ein Funkschatten, wenn der nichtsahnende Smartphone-Zombie telefonierend durch die Stadt kriecht: Er oder sie betritt zum Beispiel gerade ein Einkaufszentrum und schwupps – der Gesprächspartner löst sich in leises Rauschen ab und der Facebook-Stream versiegt. Solche Funklöcher durch ein engmaschiges Netz aus energieeffizienten Relais-Stationen zu schließen, daran arbeiten Ingenieure aus Dresden und Oberlungwitz im Projekt „CoolRelay“.

Verteiler saugen Saft aus Solarzellen

„Eines ist sicher: In den nächsten Jahrzehnten wird die Netzabdeckung der mobilen Sprach- und Datenkommunikation immer feinmaschiger werden“, meint Projektkoordinator Robert Paulo von der TU Dresden: „Das erhöht den Gesamtenergieverbrauch und stellt zudem hohe Anforderung an die Vernetzung selbst.“

Statt immer mehr klassische Basisstationen aufzubauen, die für hohen Stromverbrauch und viel Strahlen-Smog sorgen, setzen die „CoolRelay“-Forscher daher auf kleine Funk-Relaistationen, die für die Feinverteilung von Sprach- und Datenfunk sorgen. Und dieses LTE-Relais sollen künftig so wenig Energie verbrauchen, dass sie keine feste Stromverkabelung mehr brauchen, sondern sich zum Beispiel mit Solarzellen begnügen. An Prototypen konnten die Forscher die Sendeleistung bereits halbieren.

Technologie in 20-Kern-Prozessor „Tomahawk II“ eingeflossen

Der Prototyp des Tomahawk-2-Mikrochips. Foto: Jürgen Lösel, TUD

Tomahawk II. Foto: Jürgen Lösel, TUD

An dem Projekt im Rahmen des sächsischen Exzellenz-Verbundes „Cool Silicon“ sind Forscher der Unternehmen „Mugler“ aus Oberlungwitz, National Instruments Dresden“ (vormals „Signalion“) sowie der Lehrstühle für Schaltungstechnik und Netzwerktheorie (CCN) und für Mobile Nachrichtensysteme (MNS) der TU Dresden beteiligt. Die CoolRelay-Technologien sind unter anderem auch in den 20-kernigen „Tomahawk II“-Prozessor eingeflossen, den das Team um den Dresdner Datenfunk-Guru Prof. Gerhard Fettweis kürzlich vorgestellt hatte. Autor: Heiko Weckbrodt

 

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