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Studie: Schlaftötender Mond ist Humbug

Viele Menschen berichten über schlechten Schlaf in Vollmond-Nächten. Doch in einer systematischen Analyse konnte dieser Zusammenhang nicht bestätigt werden. Foto: Thomas Thiele, MPG

Viele Menschen berichten über schlechten Schlaf in Vollmond-Nächten. Doch in einer systematischen Analyse konnte dieser Zusammenhang nicht bestätigt werden. Foto: Thomas Thiele, MPG

Planck-Forscher finden keinen Zusammenhang von Schlaf und Mondphasen

München, 28. Juni 2014: Die Annahme, der Mond störe unseren Schlaf, ist weitverbreitet – aber ein Irrglaube, wie nun eine ausführliche Untersuchung des „Max-Planck-Instituts für Psychiatrie“ in München gezeigt hat. „Nachdem wir diese große Anzahl von Daten ausgewertet hatten, konnten wir frühere Ergebnisse aus anderen Studien nicht bestätigen“, berichtet Neurowissenschaftler Martin Dresler. „Wir konnten keinen statistisch belegbaren Zusammenhang zwischen menschlichem Schlaf und den Mondphasen aufzeigen.“

„Unpassende“ Studien früher unterdrückt?

Vielmehr stießen die Forscher bei ihren Recherchen sogar auf Hinweise, dass frühere Studien, die zu ähnlichen Befunden gekommen waren, seinerzeit nie veröffentlicht wurden. „Dass diese Ergebnisse nicht veröffentlicht worden sind, könnte ein Beispiel für eine verzerrte Veröffentlichungspraxis sein, wie sie beispielsweise auch als „Schubladenproblem“ bekannt ist“, schätzte die Max-Planck-Gesellschaft ein. „Darunter versteht man das Phänomen, dass viele Untersuchungen zwar durchgeführt, aber nie veröffentlicht werden – sie verbleiben stattdessen in der Schublade der Forscher. Die Tendenz nur positive oder signifikante Ergebnisse zu veröffentlichen, nicht aber negative oder unschlüssige, ist ein viel diskutiertes Problem in der Wissenschaft, Medizin und Pharmazie.“

Die Münchner Neurowissenschaftler hatten für ihre Untersuchung die Schlafdaten von 1265 Probanden aus 2097 Nächten ausgewertet. Dabei griffen sie auch auf Rohdaten anderer Teams zurück. Autor: Heiko Weckbrodt

1 Kommentare

  1. Verzerrte Veröffentlichungspraxis ist ein interessanter Effekt. Da kann man sich bei einer Meta-Analyse (Auswertung mehrerer Studien zu einem Thema) noch so gründlich mit Methoden und Wissenschaftlichkeit auseinandersetzen … Typischer Fall mit kaum abschätzbarer Dunkelziffer.

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