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Kultur-Tweetup widmet sich Graffitis in Dresden

Abb.: galerie module

Abb.: galerie module

Dresden, 23. Juni 2014: Für Hausbesitzer sind sie meist ein Kummer, für Szene-Adepten entschlüsselbare Botschaften, auf jeden Fall findet man sie in nahezu jeder Großstadt: Graffitis, jene mal bunten, mal schwarzen, mal hässlichen, mal aufwendig gestalteten Signaturen, Ikonen, Bilder und Schriftzüge auf Häuserwänden und Zügen. Dieser speziellen Facette der Populärkultur ist derzeit eine Doppelausstellung im Dresdner Kraftwerk Mitte gewidmet, über die Besucher morgen bei einem „Kultur Tweetup“ (virtuelles Treffen auf der Internetplattform „Twitter„) live und auf Einladung der „galerie module“ und die „konzeptfreun.de“ berichten können und sollen.

Graffitis bereits seit der Antike

Die heutige Bezeichnung „Graffiti“ leitet sich von der italienischen Fassaden-Kratztechnik „Scraffito“ ab. Die Wurzeln dieser „Kurznachrichten“ auf Wänden reichen indes bis zur Erfindung der Schrift vor etwa 5000 Jahren zurück und waren schon in der Antike weit verbreitet – man denke nur an Wand-Sprüche wie „Livia ist eine Hure“ oder „In dieser Taverne betrügt der Wirt“, wie man sie in der ausgegrabenen Römerstadt Pompeji entdeckt hat.

Graffiti-Boom in DDR nach „Beat Street“-Film

Graffitis im heutigen Wortsinn tauchten in Dresden erstmals Mitte der 1980er auf, nachdem in den DDR-Kinos mit enormen Erfolgen der Hip-Hop-Film „Beat Street“ lief und die damalige Straßenkultur der US-Großstädte in Ostdeutschland populär machte. Damals behalfen sich die Straßenkünstler zunächst mit klassischer Wandfarbe, selbstgebastelten Sprühflaschen oder aus dem Westen organisierten Sprayer-Flaschen. Nicht nur wegen teils politischer Aussagen in den Graffitis mussten sich die ostdeutschen Sprayer vor der Wende vor Häschern in Acht nehmen. Auch danach agierten sie am Rande oder jenseits der Grenze zur Illegalität. Allerdings haben die Drewag-Stadtwerke, Bahn und Stadt seit 1989 auch einige Flächen für Sprayer freigegeben, wobei sich die Graffiti-Künstler dort an Vorgaben halten mussten.

Banditen führen durch die Schau

Den Szenewandel seit 1989 und die seitdem entstandenen Graffiti-Werke dokumentieren nun eine Werkschau der „Bandits Dresden“ und eine Ausstellung „Graffiti in Dresden 1989 – 2000“ bis zum 28. Juni 2014 „galerie modul 8“ (Kraftwerk Mitte, Eingang Ehrlichstraße 2). Ihre Eindrücke von der Doppelschau können Twitterer morgen Abend ab 19 Uhr bei einem „Kultur Tweetup“ im Netz teilen. Als Stichwort („Hashtag“) für den Twitterdienst wurde „#TuGiD“ reserviert, dort kann man auch jetzt schon Fragen loswerden. Um die Kurzimpressionen auf der Mikronachrichten-Plattform „Twitter“ anzuregen, werden die Graffiti-Veteranen Andy K. und Sebastian „Slider” Gierbig von den „Bandits Dresden“ die Besucher durch die Graffiti-Expositionen führen. Am Eingang ist ein Obolus von zwei Euro fällig. Autor: Heiko Weckbrodt

Führung und Kultur-Tweetup über Graffiti in Dresden, Kraftwerk Mitte, Eingang Ehrlichstraße 2, Dresden, 24. Juni 2014, ab 19 Uhr, Eintritt: 2 Euro, bzw. im Internet auf Twitter unter diesem Hashtag

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