Kommentar & Glosse, Wirtschaft, Wirtschaftspolitik
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Sticht der Experte den Prinzen?

Diese Luftbild von der Fab 8 in Malta/New York entstand im Sommer 2011. Im Hintergrund ist der Sraratoga-See zu sehen. Abb.: GF

Luftbild von der Glofo-Fab 8 in Malta/New York (Sommer 2011). Abb.: GF

Kommentar zum neuen sächsischen Chip-Botschafter in den USA

Dresden, 29. Mai 2014: Physische Präsenz und persönliche Überredungskunst können für manche Weichenstellungen in der Elektronikbranche entscheidend sein, dass hatten in den 1990er Jahren die dicken Fische gezeigt, die das Anglerteam Biedenkopf-Schommer für den auf der Kippe stehenden Mikroelektronik-Standort Dresden an Land zogen, wenn man etwa an AMD und Siemens denkt. Daher ist ein ständiger Chip-Botschafter Dresdens am wachsenden Nanoelektronik-Campus Albany bei New York sicher nicht die schlechteste Idee, um den Amerikanern vor Augen zu halten: Ach ja, da gibt es noch diese oder jene Firma oder Institut in Sachsen, die zum Beispiel in der Chipwerk-Automatisierung, der Wafer-Genese oder dergleichen wirklich etwas drauf haben, und die es lohnt, in die Projekte um die neuen 450-Millimeter-Scheiben einzubeziehen.

Wenn Wirtschaft mitfinanziert, ist Staats-Zuschuss okay

Udo Nothelfer. Foto: Silicon Saxony

Udo Nothelfer. Foto: Silicon Saxony

Udo Nothelfer ist da eine gute Wahl: Der Mann hat langjährige Erfahrungen in der Branche, kennt die Stärken und Schwächen des Dresdner Clusters ziemlich gut und hat vor allem aus seiner Zeit als Chef der Dresdner Globalfoundries-Fabrik auch die Manager-Perspektive in einer Megafab gewonnen. Zudem ist er alles andere als ein Luftikus: Ich habe ich ihn immer als kompetenten und zielstrebigen Mann erlebt. Zu begrüßen ist vor allem, dass – anders als beim eher erfolglosen Alexander-Prinzen seinerzeit – hier auch nicht der Staat die Kosten dieser Lobby-Arbeit allein übernimmt, sondern sich die Wirtschaft hälftig beteiligt.

Abzuwarten ist indes, ob der Nothelfer mehr erreicht als der Prinz. In den nächsten ein, zwei Jahren wird sich zeigen, ob die vielbeschworene „Vernetzung“ der europäischen und amerikanischen Elektronik-Cluster mehr ist als eine wohlklingende Floskel – oder letztlich doch nationale Interessen und massiver Kapitaleinsatz den Ausschlag geben, wo Innovationen und Jobs entstehen. Autor: Heiko Weckbrodt

Kommentar zum Artikel:

Nothelfer wird Dresdens Chipbotschafter in den USA

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