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Der Strom-Mann bekommt Scanner-Augen

Die Zwickauer Forscher lesen mit Datenbrillen Zählerstände aus. Foto: WHZ

Die Zwickauer Forscher lesen mit Datenbrillen Zählerstände aus. Foto: WHZ

Zwickauer Forscher konstruieren Datenbrillen für Stromzähler-Ableser

Zwickau/Köln/Dresden, 18. Mai 2014: Sollten demnächst ein Borg-ähnliches Wesen mit einer Cyber-Brille bei Ihnen an der Tür klingeln, haben Sie keine Angst: Es könnte der Stromableser 2.0 sein. Ingenieure der „Westsächsischen Hochschule Zwickau“ (WHZ) entwickeln derzeit nämlich gemeinsam mit der Kölner Bilderkennungs-Firma „Pixolus“ Datenbrillen, mit denen analoge Strom- und Gaszähler automatisiert abgelesen werden können – erste Prototypen werden jetzt erprobt.

Bilderkennungssystem in Brille liest Zähler digital aus

„Die Umstellung auf moderne elektronische Zähler wird noch Jahre dauern“, argumentiert Projektleiter Prof. Rigo Herold von der WHZ. Daher habe man nach einem Weg gesucht, analoge Zählwerke digital abzulesen. „Mit der Datenbrille blickt der Ableser auf den Zähler und gleichzeitig erfasst die in der Brille integrierte Kamera mithilfe von Pixolus-Erkennungs-Algorithmen die Zählernummer und den Zählerstand“, erklärt der Professor. „Diese Angaben bekommt der Ableser dann in die Datenbrille eingeblendet.“

Bis zu 70 % Zeitersparnis zur Zettel-Variante

Dabei könne der Ablese-Mann wie auf dem Sucher-Bildschirm einer Digitalkamera Zielfenster auswählen, um in Mehrfamilien-Häuser Zähler auf Zähler rasch einzuscannen. Die Daten können bei Bedarf per Handy-Funk gleich in die Stadtwerke-Zentrale übertragen werden. Ein Vorteil der Datenbrille: Der Ableser behält beide Hände frei, um Türen zu öffnen und Schrauben zu lösen. Der Professor schätzt, dass durch den Einsatz dieser Technik ein Zeitvorteil von bis zu 70 Prozent zur klassischen „Notizblock-Lösung“ erreicht werden kann.

Zwickauer setzten auf Organikbrillen von Fraunhofer Dresden

Das Zwickauer Team beschäftigt sich bereits seit längerer Zeit mit Anwendungsszenarien für Datenbrillen. So hatten sie zur „CeBit“ im März datenbrillen-gesteuerte Modelllaster vorgeführt. Herolds Team setzt dabei unter anderem die Organikbildschirm-Brillen ein, die im Dresdner Fraunhofer-Zentrum „Comedd“ entwickelt worden sind. Autor: Heiko Weckbrodt

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