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Organische Sensoren mustern Autos auf einen Schlag

Organische Photodioden sind sehr dünn und biegsam. Foto: Fraunhofer-Comedd

Organische Photodioden sind sehr dünn und biegsam. Foto: Fraunhofer-Comedd

Neue Photodioden für lichtstärkere Kameras in Dresden entwickelt

Dresden, 14. Mai 2014: Fraunhofer-Forscher des Dresdner Organikelektronikzentrums „Comedd“ haben organische Photodioden entwickelt, die laut Instituts-Angaben besser „sehen“, vielseitiger und billiger sind als konventionellen siliziumbasierte Lichtsensoren. Mögliche Einsatzfelder sehen die Wissenschaftler zum Beispiel in der Qualitätskontrolle im Automobilbau, Laborchips für die Gen-Analyse und in Kameras.

Organikbeschichtung soll Kamerachips sensitiver machen

Klassische Photosensoren sind siliziumbasiert, sie wandeln Licht in elektrische Signale um. Sie dienen beispielsweise in Digitalkameras als zusammengeschaltete Sensorfelder zur Bilderfassung – wobei jede dieser winzigen Dioden für einen Bildpunkt stehen. Organische Photodioden hingegen erfassen Bilder auf ihrer ganzen Fläche. „Um die Lichtempfindlichkeit heute verwendeter CCD-Chips zu erhöhen, können Kamerachips direkt mit unseren Photodioden beschichtet werden“, erklärte Dr. Olaf R. Hild vom Comedd. „Sie ermöglichen eine höhere Lichtsensitivität, da eine größere aktive Fläche genutzt werden kann.“

Auch DNA-Analysechips vorstellbar

Darüber hinaus sind die Organiksensoren sehr leicht und biegsam. Dadurch wäre es möglich, gebogene und großflächige künstliche „Augen“ zu konstruieren, die beispielsweise Lackfehler in den Autofabriken schneller erkennen können als heutige Qualitätskontrollsysteme. Denkbar sei auch die Entwicklung vom kompletten Laboren auf einem Chip, die mittelt organischer Photodioden sehr schnell DNS-Sequenzen analysieren könne, so die Comedd-Forscher.

Allerdings ist die Organikelektronik noch nicht so ausgereift wie die Siliziumtechnologie, insbesondere können die organischen Photodioden nur mit einigen Tricks dazu gebracht werden, Licht mehrerer Wellenlängen zu erkennen. Autor: Heiko Weckbrodt

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