Internet & Web 2.0, News, Wirtschaftspolitik
Schreibe einen Kommentar

Verivox: Invest-Pauschale schuld an hohen deutschen Handy-Gebühren

Chinesisches Ascend-Smartphone. Foto: Huawei

Foto: Huawei

Portal rechnet mit Verteuerung durch Fusion von E-Plus und O2

Berlin/Heidelberg, 29. April 2014: Staatliche Eingriffe durch die Bundesnetzagentur sind schuld daran, dass die Deutschen deutlich mehr für Mobilfunk bezahlen als ihre europäischen Nachbarn. Das hat das Mobilfunk-Portal „Verivox“ aus Heidelberg eingeschätzt. Zudem drohen laut Verivox den deutschen Smartphone-Nutzern erstmals seit Jahren wieder steigende Minutenpreise.

Deutsche Regulierer setzen auf hohe Terminierungsentgelte

Nach Angaben des Portals sind die deutschen Minutenpreise teils über 50 Prozent teurer als die Mobilfunknutzung zum Beispiel in Österreich oder Frankreich. Das liege an den Terminierungs-Entgelten, die Telefonunternehmen zahlen müssen, wenn sie Anrufe an ein fremdes Netz weiterleiten. Die EU-Kommission empfiehlt dafür ein Cent pro Minute Aufschlag, die Bundesnetzagentur hat diese Gebühr im Dezember 2013 jedoch auf 1,79 Cent festgelegt. Dies liege wiederum daran, dass die deutsche Regulierungsbehörde darin eine Investitions-Pauschale für den teuren Netzausbau eingerechnet hat, so Verivox. In Österreich hingegen zahlen die Anbieter nur 0,8 Cent pro Minute als Terminierungs-Entgelt. „Auch in Frankreich (0,80 Cent), Italien (0, 98 Cent), Spanien (1,09 Cent) und selbst in Schweden (1,25 Cent) ist das mobile Telefonieren für die Nutzer signifikant günstiger als in Deutschland“, teilte das Vergleichsportal mit.

Durch Fusionen Wettbewerb in Österreich gestorben

Zugleich warnte Verivox vor steigenden Gesamt-Gebühren in naher Zukunft durch die Fusion von E-Plus und O2. Sie verwiesen auf das Beispiel Österreich: „Nach der Fusion der Netzbetreiber Hutchison und Orange stellten die verbliebenen drei Betreiber den Wettbewerb quasi ein und die Preise für die österreichischen Verbraucher stiegen – und das zum ersten Mal seit Jahren und trotz Regulierungsmaßnahmen durch die EU-Kommission.“ Autor: Heiko Weckbrodt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.