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Zwangsvernetzte Eisenatome sollen Daten speichern

Gefangen: Die Eisenatome (lila) werden durch das Graphen-Netz genötigt, sich nur in zwei Dimensionen zu verbinden. Abb.: IFW Dresden

Gefangen: Die Eisenatome (lila) werden durch das Graphen-Netz genötigt, sich nur in zwei Dimensionen zu verbinden. Abb.: IFW Dresden

Forscher aus Dresden, Polen und Leibniz entwickeln atomdünne Magnetfolien

Dresden, 13. März 2014: Neuartige ultradünne Atom-Magnetfolien, die in Zukunft für Smartphones mit sehr viel Speicherplatz sorgen könnten, haben Werkstoffforscher aus Dresden, Polen und Korea gemeinsam entwickelt. Sie vernetzten dafür Eisenatome, die sich normalerweise zu festen 3D-Gittern verbinden, zu zweidimensionalen Metallmembranen. Und die entwickeln, wie Untersuchungen gezeigt haben, viel mehr Magnetkraft als normales Eisen – was die 2D-Folien als mögliche Speicherriesen empfiehlt.

Wundermaterial Graphen diente als Falle

Vorbild für das Projekt war das Wundermaterial Graphen, das aus ebenfalls nur in zwei Dimensionen vernetzten Kohlenstoff-Atomen besteht. Solche Graphene haben ungewöhnliche mechanische, elektronische und Speicher-Eigenschaften. Wissenschaftler des „Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung“ (IFW) Dresden sowie Kollegen der Technischen Universität Dresden, der Polnischen Akademie der Wissenschaften, des „Institute of Basic Sciences“ Korea und der „Sungkyunkwan University“ Korea benutzten solche Graphen-Folien nun als „Fallen“ für Eisenatome, die sich – angestoßen durch Elektronenstrahlen – in den Waben-Poren festsetzten und zu 2D-Gittern zusammenschlossen.

Fang-Methode könnte Schule machen

„Die Methode, Graphen als Strukturierungsschablone bei der Präparation zu verwenden, könnte Schule machen und den Weg zu weiteren neuen zweidimensionalen Membranen öffnen“, sind die Werkstoffforscher überzeugt. „Das Beispiel Eisen hat gezeigt, dass die magnetischen Eigenschaften in den zweidimensionalen Membranen deutlich verstärkt sind, was sie für die Anwendung als Magnetspeicher interessant macht.“ Die Wissenschaftler haben ihre Ergebnisse nun im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht. Autor: Heiko Weckbrodt

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Dresdner Leibniz-Institut IFW baut Forschungen aus

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