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Dresdner Brennstoffzellen-Firma „Sunfire“ bekommt Millionenspritze

Sunfire-Mitarbeiter bei der Qualitätskontrolle. Foto: Sunfire

Sunfire-Mitarbeiter bei der Qualitätskontrolle. Foto: Sunfire

Geld soll helfen, aus Ökostrom Sprit zu machen

Dresden, 25. Februar 2014: Die Dresdner Technologiefirma „Sunfire“ erhält von französischen und deutschen Geldgebern eine Millionenspritze. Die Fondstöchter der Allianz und der Energiekonzerne Total und EDF stellen dem Unternehmen einen „hohen siebenstelligen“ Eurobetrag zur Verfügung, teilte Sunfire heute mit. Mit dem Geld wollen die Dresdner bessere Brennstoffzellen entwickeln sowie Anlagen zur Marktreife führen, die aus Strom, Wasser und Luft letztlich Benzin, Diesel und andere Kraftstoffe erzeugen. Die Pilotanlage dafür wird derzeit in Dresden-Reick hochgefahren.

Mehr Finanziers gewonnen

Blick in die Sunfire-Laborfabrik in Dresden. Foto: Sunfire

Blick in die Sunfire-Laborfabrik in Dresden. Foto: Sunfire

Carl Berninghausen – er ist einer der beiden Geschäftsführer von „Sunfire“ – sieht in dem Einstieg von „Total Energy Ventures“ und „Electranova Capital“ nicht nur eine Chance, mit frischem Geld die Entwicklung und Vermarktung innovativer Technologien für eine „saubere Energieerzeugung“ zu beschleunigen. Über die Mutterkonzerne beider Fonds gewinne man auch Fachexpertise hinzu. Zudem steht Sunfire nun auf einem breiteren Fundament: Bisher wurde die Firma vor allem durch die Beteiligungsgesellschaft „Bilfinger Venture Capital“ alimentiert.

„Neben einer finanziellen Absicherung der weiteren Expansionsstrategie wird Electranova Capital mit Hilfe der EDF neue Märkte bzw. Anwendungsbereiche für die Sunfire-Technologien erschließen“, betonte Nicolas Chaudron, Partner bei Electranova Capital. „Maßgeblich für die Investitionsentscheidung von Idinvest Partners waren die einzigartigen Technologien, das Portfolio mit großen internationalen Kunden sowie die hervorragenden Qualität des Teams.“

Hochtemperatur-Energiewandler im Fokus

Sunfire hat derzeit 70 Mitarbeiter und seine Wurzeln in mehreren Technologie-Unternehmen, die ab Mitte der 1990er Jahre in Sachsen entstanden waren: die CRG Kohlenstoffrecycling aus Freiberg (1995) und die Staxera (2005) aus Dresden. Nach der Fusion 2011 konzentrierte sich Sunfire vor allem auf keramische Zellen, wie sie am Dresdner Fraunhofer-Institut IKTS entwickelt wurden. Diese Kerne vertragen sehr hohe Temperaturen. Dadurch können sie Energie besonders effektiver erzeugen und umwandeln als es zum Beispiel klassische Niedrigtemperatur-Brennstoffzellen auf Polymerbasis schaffen.

Der Stoff-Energie-Kreislauf zeigt die Einsatzmöglichkeiten von Hochtemperatur-Keramikstapeln - entweder für die Erzeugung von Strom, Gas oder Flüssigbrennstoffen. Abb.: Sunfilm

Der Stoff-Energie-Kreislauf zeigt die Einsatzmöglichkeiten von Hochtemperatur-Keramikstapeln – entweder für die Erzeugung von Strom, Gas oder Flüssigbrennstoffen. Abb.: Sunfilm

Pilotanlage erreicht 70 % Wirkungsgrad

Neben der Genese von Strom aus Wasserstoff in sogenannten SOFC-Brennstoffzellen gehen die Sunfire-Experten inzwischen auch den umgekehrten Weg. Sie entwickeln Anlagen, die mittels Solarstrom Wasser in Wasser- und Sauerstoff spalten – und dann daraus unter Zugabe von Kohlendioxid aus der Luft Kraftstoffe erzeugen. Diese „Power to Liquid“-Technik könnte zum Beispiel auch als großer Energie-Zwischenspeicher genutzt werden, um die Stromspitzen von Windparks und Solarkraftwerken aufzufangen. Im Pilotmaßstab erreicht damit einen rekordverdächtigen Wirkungsgrad von 70 Prozent. Ihre Massenmarkt-Tauglichkeit muss die Technologie aber erst noch unter Beweis stellen – und auch dafür soll die neue Millionenspritze eingesetzt werden. Autor: Heiko Weckbrodt

 

Zum Weiterlesen:

Studie bescheinigt Dresden Potenzial als Energiespeicher-Stadt

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1 Kommentare

  1. vierk silvio sagt

    Habe ihren Bericht über die Brenstoffzellentechnik gelesen und habe Interesse über mehr Infos .

    Wirkungskrad,Investition, Aufwand.usw.

    Gruß S.Vierk

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