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Tillich rechnet mit 200 Millionen Bundes-Euros für Sachsens Chipbranche

Blick in den Reinraum des Chipmasken-Entwicklungszentrums. Abb.: AMTC

Das Chipmasken-Entwicklungszentrums AMTC in Dresden Abb.: AMTC

Sachsens MP nach Besuch bei Kanzlerin optimistisch

Dresden, 12. Februar 2014: Nach einem Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich ihr Parteikollege und sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich heute optimistisch gezeigt, dass der Bund die vom Freistaat gewünschten 200 Millionen Euro für Sachsens Halbleiterbranche herausrückt. Er sehe eine „wachsende Bereitschaft“ beim Bund, die Mikroelektronik als Schlüsseltechnologie für die gesamte Industrie auch besonders zu fördern – und dies speziell am Hightech-Standort Dresden. „Der Kanzlerin ist klar, dass das ohne öffentliches Geld nicht geht“, sagte der Ministerpräsident am Rande einer Präsentation des Nanoelektronik-Forschungsverbundes „Silicon Saxony“ in Dresden.

Sachsen wollen insgesamt 1,6 Milliarden € für Pilotlinien an Land ergattern

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Abb.: J. Jeibmann/Staatskanzlei

Stanislaw Tillich. Abb.: J. Jeibmann/ Staatskanzlei

Hintergrund: Tillich und sein liberaler Wirtschaftsminister Sven Morlok wollen im Zuge des EU-Förderprogramms „ECSEL“ insgesamt 1,6 Milliarden Euro an Land ziehen, um im Raum Dresden Pilotlinien für „schlaue“ Chips zu finanzieren. Die Hälfte der Summe müsste die Wirtschaft selbst beisteuern, weitere 400 Millionen Euro würde die EU bereit stellen. In die verbleibende nationale Kofinanzierung – so die sächsische Idee – würden sich dann Freistaat und Bund mit je 200 Millionen Euro hineinteilen. Außerdem spekuliert Sachsen auf Fördersummen in ähnlicher Höhe aus dem EU-Programm „Europa 2020“.

Glofo-Chef ärgert sich über Stagnation

Vor dem Besuch der Kanzlerin hatte Tillich bereits EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso ins Dresdner Globalfoundries-Werk geschleppt, um dort um Brüssels Hilfe beim Ausbau der sächsischen Mikroelektronik zu werben. Der Dresdner Globalfoundries-Standortchef Rutger Wijburg kritisierte beim präsidialen Besuch, dass seit der ersten EU-Ankündigung für ein milliardenschweres Chip-Förderungsprogramm bereits ein Jahr verloren gegangenen sei, ohne dass sich etwas getan habe. Barroso zeigte sich von der Glofo-Fabrik beeindruckt und versprach, eine Kabinetts-Arbeitsgruppe zum Thema einzusetzen. Autor: Heiko Weckbrodt

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