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Wirre Wikinger

Die Gefährten - ach nein: Die Wikinger kommen. Foto: Splendid

Die Gefährten – ach nein: Die Wikinger kommen. Foto: Splendid

DVD „Vikingdom“ macht auf nordisches „300“

Abstruser als im nun in Deutschland auf DVD erschienenen malaysischen Wikinger-Film „Vikingdom“ geht’s nimmer: Da klaut der germanische Donnergott Thor 793 Jahre vor Christus (!) aus einem christlichen Kloster das Amulett von Maria Magdalena (die Dame aus dem 800 Jahre später aufgeschriebenen Neuen Testament), um damit die Tore zwischen Hel (Hölle), Midgard (Erde) und Asgard (Götterburg) zu öffnen und das Ragnarök (Weltenende) zu starten. So will der Hammerschwinger die blöden Menschen strafen, die plötzlich den Christengott anbeten. Eilends schickt Fruchtbarkeitsgott Freyr den reanimierten Wikingerhelden Eirick (Dominic Purcell, „Equilibrium“) in die Spur: Der soll aus der Totenwelt ein magisches Horn besorgen, um Thor den Marsch zu blasen…

Werbevideo (Englisch, KRU):

Nabelfrei im Schneetreiben

Historikern und Logik-Anhängern mögen in „Vikingdom“ die Haare zu Berge stehen, doch das ist dem malaysischen Regisseur offensichtlich Wurst: Ihm kommt es vor allem darauf an, eine lustige Schlachteplatte mit Zutaten wie „300“ und „Herr der Ringe“ aufzutischen. Da werden Zeiten und Kulturen wild durcheinandergeworfen, kämpfen Ur-Germanen mit römischen Taktiken und britischen Langbögen, rennt eine ziemlich abgehärtete Kriegertussi selbst im eisigsten Winter nabelfrei durch die Gegend – ganz zu schweigen von den platten Dialogen und den oft recht billig anmutenden Dekos und Monstereffekten. Immerhin: Die Kampfchoreografien sind ganz okay.

Foto: Splendid

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Fazit: Abstrus

„Vikingdom“ hat streckenweise einigen Schauwert, ist aber im Kern nur wenig Wikingertum, sondern vor allem tiefstes B-Movietum. Man kann nur vermuten, dass die Autoren das Script in einer durchzechten Nacht runtergepinselt haben. Autor: Heiko Weckbrodt

„Vikingdom“ (Splendid), Wikingerfilm, Malaysia/USA 2013, 110 Minuten, FSK 16, DVD 13 Euro, Bluray 17 Euro

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