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Wie man Daten von Linux-Notebook auf Window-PCs rettet

Gratis-Programm „ExtFS“ macht Linux-Festplatten unter Windows sichtbar

Der Pinguin - das Linux-Maskottchen. Abb.: Larry Ewing, Unix AG,

Der Pinguin – das Linux-Maskottchen. Abb.: L. Ewing, Unix AG

Wenn sich ein Linux-Notebook ins digitale Nirwana verabschiedet, ist guter Rat oft teuer: Natürlich gibt es Spezialwerkstätten, die sich auf die Datenrettung nach solchen Malheuren spezialisiert haben, doch die wollen natürlich dafür entlohnt werden.

Falls jedoch die Festplatte im Notebook selbst nicht physisch kaputt ist, gibt es oft eine Alternative. Und für die ist lediglich etwas Geschick nötig und noch nicht mal ein anderer Linux-Rechner. Mit dem kostenlosen Programm „ExtFS“ kann man nämlich auch Massenspeicher, die mit den Linux-Dateisystem „Ext2/3/4“ formatiert sind, auch auf einem Windows-PC sichtbar machen. Dann heißt es „nur“ noch: Festplatte ausbauen, an einen Windows-Rechner hängen und die wertvollen Daten kopieren.

 

 

Paragon-Tool kostenlos, fordert aber Registrierung

Abb.: Paragon

Abb.: Paragon

Zunächst muss man das Gratis-Programm „ExtFS für Windows“ auf dem PC eines Freundes (oder auf dem eigenen Windows-Zweitrechner) herunterladen und ausführen. Das Installationsprogramm fordert dann eine Registrierung, die kostenlos ist und für die man eine Seriennummer bekommt, um „ExtFS“ starten zu können. Ist dies erledigt, wird der Windows-PC wieder herunter gefahren.

Nun kommt der etwas schwierigere Teil: Die Festplatten-Demontage auf dem Linux-Notebook, für die man in aller Regel ein Set von Uhrmacher-Kreuzschrauben-Ziehern braucht. Mit etwas Glück ist das Gerät von einem Markenhersteller wie HP, der

1.)    die Festplatte in einem leicht zugänglichen Fach untergebracht hat, das auf der Unterseite – ohne die oft komplizierte vollständige Demontage des Notebooks – mit nur einer Kreuzschraube gesichert ist, und

2.)    Notebook-Festplatten mit Standard-SATA-Anschlüssen verbaut.

Uhrmacher-Kreuzschraubenzieher notwendig

Auf der Unterseite des HP-Notebooks lässt sich mit einem Uhrmacher-Kreuzschraubenzieher das Festplatten-Fach öffnen. Danach muss man die Platte aus dem Metall-Schlitten schrauben, um an den SATA-Anschluss heranzukommen. Foto: Heiko Weckbrodt

Auf der Unterseite des HP-Notebooks lässt sich mit einem Uhrmacher-Kreuzschraubenzieher das Festplatten-Fach öffnen. Danach muss man die Platte aus dem Metall-Schlitten schrauben, um an den SATA-Anschluss heranzukommen. Foto: Heiko Weckbrodt

Verwendet der Hersteller einen anderen Anschluss, muss man sich einen Adapter auf SATA im Fachhandel besorgen – aber das ist ein Thema für sich…Ist nun die Platte aus dem Fach gezogen, muss man sie teilweise noch aus einem – ebenfalls mit Kreuzschrauben gesicherten – Schlitten befreien, damit man sie später die Standard-SATA- und Stromkabel eines PCs anschließen kann.

Nun wird die Festplatte an den (noch ausgeschalteten) Windows-PC per SATA-Kabel (kann man zur Not einfach die Anschlüsse des DVD-Laufwerks nehmen) angestöpselt. Vorsichtshalber sollte man im BIOS (meist durch „Enf“-, „F1“- oder „F2“-Taste beim Start aufrufbar) überprüfen, ob die Notebook-Festplatte richtig erkannt wurde (kann man aber auch bleiben lassen). Ist Windows hochgefahren, wird es die neue-alte Festplatte als neues Gerät erkenn und einen Neustart verlangen.

Mit „ExtFS“ kann man Linux-Partitionen lesen und darauf schreiben

Die Linux-Festplatte aus dem Notebook kann in diesem Fall ohne Spezialadapter per SATA (rotes Kabel) an den Windows-PC angesteckt werden. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Linux-Festplatte aus dem Notebook kann in diesem Fall ohne Spezialadapter per SATA (rotes Kabel) an den Windows-PC angesteckt werden. Foto: Heiko Weckbrodt

Ist all dies vollbracht, ruft man rechts unten im Symbolfeld der Windows-Taskleiste (teilweise im kleinen Doppelpfeil nach oben verborgen) das Paragon-Programm (erkennbar an einem „P“ auf hellblauem Grund) per Doppelklick auf uns sollte jetzt mindestens einen neuen Laufwerk-Buchstaben finden, der in der Liste durch den Nachtrag „ExtFS“ erkennbar ist.

Dieses Laufwerk wählt man nun im Windows-Explorer oder Dateicommander an und kann nun die gesuchten Daten auf eine Windows-Festplatte sichern…

Autor: Heiko Weckbrodt

3 Kommentare

  1. Winni sagt

    @swg

    Mein Gott, schon wieder ein Linux-Anbeter, der denkt es wäre unfehlbar. Und du kannst scheinbar nicht zählen, oder „Jap“ was bedeutet für dich „sehr übersichtlich“?

    Mach mal Google und die Augen auf, und gib mal Suchbegriffe ein wie: „Linux mein Bildschirm bleibt schwarz“ Ergab gerade 159.000 Treffer. Sehr übersichtlich. Und das sind nur die mit schwarzem Bildschirm.

    Und wer Festplatten aus seinem Notebook ausbaut? Na vielleicht ist das garnicht „sein Notebook“, sondern es kommt jemand mit einem defekten Notebook zu dir, das Ding bootet nicht mehr, das CD-LW ist defekt und das Ganze gibt keinen Mucks mehr von sich. Aber er will die Daten gerettet haben. Würdest du ihn dann heim schicken, weil deine Linux-Live-CD nicht fruchtet?

    Meine Güte, immer gibt es einen, der nur meckern kann.

    @Heiko Weckbrodt

    Lass dich nicht anmeckern, guter Beitrag.

  2. Wer baut denn die Festplatte aus seinem Notebook aus, wenn eine schier endlose Auswahl an Linux-Live-CDs vorhanden ist?! Achso: Hand hoch, wessen Linux schon mal unbootbar war: Jap, danke, sehr übersichtlich.

    • Natürlich gibt es in vielen Fällen mehre Wege, die zum Ziel führen. Aber viel Spaß mit diesem Lösungsansatz, wenn Du einen Rechner in die Hand gedrückt bekommst, der keinen Mucks mehr von sich gibt und der außerdem noch in eine Linux- und eine Windows-Partition geteilt war. Mal abgesehen davon, dass nicht jeder daheim Linux-Live-CDs stapelt.

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