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Interesse an Stasiakten lässt nach

Abb.: BStU

Abb.: BStU

Ein Viertel weniger Anträge auf Akteneinsicht

Berlin, 8. Januar 2014: Das Interesse an Stasi-Akten hat auch bundesweit nachgelassen: Statt 88.231 Anträge auf Akteneinsicht wie im Jahr 2012 gingen beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) Roland Jahn im vergangenen Jahr nur noch 64.246 ein. Dies entspricht einem Rückgang um mehr als ein Viertel, wie aus einer heute veröffentlichten Mitteilung der Behörde hervorgeht. Über eine ähnliche Entwicklung hatte erst kürzlich bereits die Dresdner BStU-Außenstelle berichtet. Allerdings rechnen viele Experten in diesem Jahr mit einem Aufschwung der Aktennachfrage, da sich 2014 die friedliche Revolution in der DDR zum 25. Mal jähren.

BStU: Rückgang durch biografischer Entwicklung

BStU-Chef Roland Jahn

BStU-Chef Roland Jahn. Abb.: BStU

„Nach gut zwei Jahrzehnten des Aktenzugangs hält die Nachfrage so mit der biografischen Entwicklung Schritt“, interpretierte der BStU diesen Rückgang. „Mit dem zeitlichen Abstand zum Ende der DDR sinkt naturgemäß die Zahl derer, die noch nicht in ihre Unterlagen geschaut haben.“

Diskussionen um Auflösung der Behörde im Gange

Die Chance, in die Unterlagen eines Geheimdienstes kurz nach dessen Untergang hineinzuschauen, ist weltweit eine nahezu einmalige Chance. Den Beschluss, dass die Stasi-Akten ohne jahrzehntelange Wartezeiten für Interessierte fast unbegrenzt einsehbar sein sollten, hatte noch die letzte Volkskammer der DDR gefasst. Nach der Wiedervereinigung hielt sich auch die Bundesregierung an diese Vorgabe. Seit geraumer Zeit sind nun Diskussionen im Gange, die Sonderarchive für die Stasi-Unterlagen aufzulösen, diese zum Beispiel dem Bundesarchiv zuzuschlagen und die Außenstellen in den ehemaligen Bezirksstädten der DDR zu schließen. Eine Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. Autor: Heiko Weckbrodt

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Wie der ePuzzler zerrissene Stasi-Akten wieder zusammen setzt

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