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eBook-Boom: Dresden baut eBibo aus

Viele Verlage wollen lieber Papierbücher als eBooks verkaufen - die Leser sehen das zunehmend anders. Abb.: DBV

Abb.: DBV

eBücher bundesweit immer beliebter

Dresden, 6. Januar 2014: Angesichts des bundesweit wachsenden Angebots von eBüchern und der steigenden Resonanz auf das digitale Lesen bauen die Städtischen Bibliotheken Dresden in diesem Jahr ihre Internet-Filiale „eBibo“ aus. „Die eBibo wollen wir jetzt richtig powern“, kündigte Bibliotheken-Direktor Arend Flemming an.

40 Prozent mehr Digital-Leseratten gewonnen

Daher stockt er den Medien-Etat der eBibo kräftig auf, damit die Bibliothek möglichst viele der in diesem Jahr zu erwartenden neuen elektronischen Bücher (eBooks) anschaffen kann. Angesichts der enormen Resonanz auf die virtuelle Filiale, die im vergangenen Jahr rund 40 Prozent mehr Nutzer gewann, sei dies „eine Investition in die Zukunft“, betonte Flemming.

eBuch-Streit zwischen Bibliotheken und Verlagen entspannt sich

Arend Flemming. Abb.: Lesestark!

Arend Flemming. Abb.: Lesestark!

Zudem hofft der Dresdner Bibliotheken-Chef, der auch im Fach-Beirat des deutschen eBook-Verleihverbundes „Onleihe“ sitzt, auch auf eine Einigung zwischen den öffentlichen Bibliotheken und den Verlagen in Deutschland um die Nutzungsrechte für Leih-eBooks. Zeitweise waren die deutschen Verleger recht zögerlich gewesen, den Bibliotheken allzuviele Lizenzen für Bestseller-eBooks beziehungsweise überhaupt das Recht einzuräumen, eBücher genauso wie klassische Papier-Bücher anzuschaffen und dann uneingeschränkt zu verleihen. Flemming rechnet aber damit, dass in diesem Jahr für die öffentlichen Bibliotheken bedeutend mehr eBooks verfügbar sein werden als in der Vergangenheit.

Deutsches Mutterportal „Onleihe“ internationale Größe geworden

Nicht zuletzt sei die „Onleihe“, über die ein Großteil der kommunalen Leihbüchereien in Deutschland ihren digitalen Medienverleih abwickelt, inzwischen als Verhandlungspartner ein Schwergewicht geworden, schätzte Flemming ein. „So eine Angebotsvielfalt wie in der deutschen Onleihe finden sie international nicht so schnell wieder“, sagte er.

Bundesweit 75 Prozent mehr eBook-Ausleihen

Abb.: eBibo DD

Abb.: eBibo DD

Mittlerweile sind 1582 Bibliotheken Vertragspartner der „Onleihe“. Diese wird von der divibib GmbH aus Wiesbaden organisiert. Unter deren Portaldach sind derzeit rund 120.000 Titel als Leih-Medien verfügbar, die von den angeschlossenen Bibliotheken – meist unter jeweils eigenen Markennamen – dann weiterverliehen werden. Und der – im Vergleich zu den USA etwas verspätete – eBook-Boom in Deutschland spiegelt sich auch in den Statistiken der „Onleihe“ wider: Die geht für 2013 von insgesamt sieben Millionen Leih-Downloads bundesweit aus, das wären 75 Prozent mehr als im Vorjahr. Autor: Heiko Weckbrodt

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