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Planck-Forscher bauen Glitter-Gen in Mäuse – und stoppen Zellalterung

Abb.: hw

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Bad Nauheim, 15. Dezember 2013: Gen-Therapien könnten in Zukunft möglicherweise einer Alterung des Herzens verlangsamen oder gar stoppen – und damit Infarkten vorbeugen. Forschern des Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim ist es nämlich gemeinsam mit internationalen Kollegen gelungen, Mäuse ein sogenanntes Twinkle-Gen („Glimmer“) einzupflanzen, das dort die Zellalterung nahezu gestoppt hat.

„Twinkle“ ist Kopie eines natürlichen Entgiftungs-Gens

Dabei handelt es sich um die Kopie eines Reparatur-Gens, das auch in der Natur vorkommt, aber im Herzen recht schwach ausgeprägt ist. Es hilft dort den Zellen, die Schäden durch „Abgase“ der zelleigenen Kraftwerke, der Mitochondrien, rasch wieder in Ordnung zu bringen. Denn wenn die Mitochondrien Energie für die Zellprozesse erzeugen, entstehen ähnlich wie in Kohlekraftwerken giftige Nebenprodukte, die freien Radikale, die über die Jahre hinweg das Erbgut der Mitochondrien beschädigen, sie altern lassen. Das Twinkle-Gen wiederum erzeugt ein Enzym, das die durch die Zellgifte angerichteten Schäden repariert.

Reparatur-Brigade für die Herz-Kraftwerke

„Mäuse, denen das Enzym komplett fehlt, sterben gleich nach der Geburt. Deshalb haben wir bei unseren Mäusen lediglich eine der beiden Genkopien ausgeschaltet“, erklärte der Leiter der Studie, Jaakko Pohjoismäki. „Im Gegensatz zu den erwähnten Schädigungen bei den Mäusen ohne Twinkle blieben die Schäden an der Mitochondrien-DNA bei den Tieren mit erhöhter Expression von Twinkle weitestgehend aus“, sagt Pohjoismäki. Autor: Heiko Weckbrodt

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