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Telekom führt eGesundheitskarte in Sachsen und Bayern ein

500 Ärzte und Klinken werden ausgerüstet

Abb.: Bundesgesundheitsministerium

Abb.: Bundesgesundheitsministerium

Bonn/Dresden/München, 3. Dezember 2013: Die Telekom wird im Bundesauftrag die elektronische vernetzte Gesundheitskarte testweise in Sachsen und Bayern einführen. Wie der Konzern heute in Bonn mitteilte, soll der Feldtest mit mindestens 500 Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten sowie fünf Krankenhäusern starten, die mit Kartenterminals und anderer Telematik-Technik ausgestattet werden.

Sicherheitszulassung durch BSI notwendig

Bevor der Test starte, werde man die Technik im Labor testen und eine Zulassung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erwirken, versicherte die Telekom. Verläuft der Feldtest erfolgreich, soll das System auf ganz Deutschland ausgedehnt werden. Entstehen solle so ein geschlossenes Netzwerk aus vertrauenswürdigen Teilnehmern – Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäusern, Apotheken – zu dem man nur mit Heilberufsausweis und Gesundheitskarte Zutritt bekomme, hieß es von der Telekom und deren Tochter T-Systems. „Patienten wollen ihre sensiblen Daten nicht auf Papier oder CD von Arzt zu Arzt tragen und fordern schon lange eine sichere Vernetzung des Gesundheitswesens“, glaubt T-Systems-Chef Reinhard Clemens.

eGesundheitskarte umstritten

Allerdings ist die elektronische Gesundheitskarte alles andere als unumstritten: Kritiker fürchten Datenlecks, die Außenstehenden Einblicke in Patientendaten erlauben könnten, zudem ausufernde Kosten für das neue System. Auch ist die Ärzteschaft gespalten: Einerseits wären zum Beispiel durchgängige Einblicke in Krankheitsverlauf und Behandlungen von frisch übernommenen Patienten hilfreich, andererseits fürchten vor allem niedergelassene Ärzte viele Zusatzkosten.

Krankenkassen wollen Ärzte-Hopping eindämmen

Die Krankenkassen wiederum hoffen, durch die elektronische Gesundheitskarte das sogenannte „Ärzte-Hopping“ einzudämmen, da jeder Arzt dann sehen könnte, welche Untersuchungen und Therapien der Patient bereits versucht hat.

Offizieller Auftraggeber des Feldtests in Sachsen und Bayern ist die „Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH“ (Gematik), die den Auftrag wiederum im Auftrag der Bundesregierung vergeben hat. Über das Auftragsbolumen machte die Telekom keine Angaben. Autor: Heiko Weckbrodt

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