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Dresdner TU-Forscher wollen neue Hightech-Werkstoffe errechnen

Graphene sind wabenförmige 2D-Moleküle aus Kohlenstoff mit hoher Leitfähigkeit. Abb.: Graphen Center Cambridge

Graphene gehören zu den Nanostrukturen, die im neuen TU-Zentrum simuliert werden sollen. Abb.: Graphen Center Cambridge

Zentrum für computergestützte Materialforschung gegründet

Dresden, 26. Dezember 2013: Nanowissenschaftler, Informatiker, Chemiker und weitere Forscher haben gestern – wie angekündigt – im Zeuner-Bau der TU Dresden das „Dresden Center for Computational Materials Science“ (DCCMS) gegründet. Dieses Zentrum für computergestützte Materialforschung soll durch Rechnersimulationen neuartige Werkstoffe für die deutsche Industrie der Zukunft erkunden.

„Kombinationsmöglichkeiten schier unendlich“

„Denken Sie nur daran, welche Vielfalt die Natur allein mit vier Basen in der DNA kreiert!“, schwärmt Zentrums-Leiter Prof. Gianaurelio Cuniberti. „Die Kombinationsmöglichkeiten, die uns in den Materialwissenschaften offen stehen, sind schier unendlich.“

Material-Genese im Simulator statt im Schmelztiegel

Prof. Gianaurelio Cuniberti leitet das neue Zentrum DCCMS. Foto. Heiko Weckbrodt

Prof. Gianaurelio Cuniberti leitet das neue Zentrum DCCMS. Foto. Heiko Weckbrodt

Und dies ist auch der Hauptgrund, warum das Zentrum auf Computern baut: Wollte man all diese Kombinationen aus Elementen, Nano- und Biostrukturen experimentell ausprobieren, würde dies jeden Kosten- und Zeitrahmen sprengen. Die elektronischen Rechenknechte hingegen können zumindest die vielversprechendsten Variationen binnen kurzer Zeit vorsortieren.

Interdisziplinärer Ansatz

Die Uni steckt zunächst bis 2017 rund 350.000 Euro in das neue Zentrum, das Geld stammt aus den Exzellenz-Fördermitteln des Bundes. Die DCCMS-Forscher sollen dann weitere Mittel durch Projektpartner akquirieren. In interdisziplinärer Kooperation von vier Fakultäten und zwei „Schulen“ – die neue Organisationsform der TU Dresden – wollen die Wissenschaftler hier beispielsweise neue Verbundmaterialien und Legierungen für die Photovoltaik, Elektronik, den Leichtbau, die Energiespeicherung und andere industrienahe Anwendungen entwickeln.

Dresdner wollen international „sichtbarer“ werden

Eine wichtige Aufgabe des Zentrums soll insbesondere auch die Nachwuchsförderung sein: Dresden soll für junge Akademiker aus nah und fern zum Inbegriff für unorthodoxe Wege der Materialsuche werden. TU-Forschungsrektor Prof. Gerhard Rödel sieht das Computerzentrum zudem als „ersten Baustein“, um die Materialforschung in Dresden künftig stärker zu verschränken und „international sichtbarer“ zu machen. Autor: Heiko Weckbrodt

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