Kunst & Kultur, News
Kommentare 1

Wie aus der Nautilus: Steampunk-Maschinist Peter Till macht Musik mit Druckluft

Peter Till strebt mit seinem pneumatischen Orchester himmelwärts. Foto/Montage: Peter Till

Peter Till strebt mit seinem pneumatischen Orchester himmelwärts. Foto/Montage: Peter Till

Dresdner Werkzeugmacher wurde pneumatischer Künstler

Dresden, 9. November 2013: Peter Till wohnt in Dresden-Striesen, hat einst Werkzeugmacher gelernt und ist heute „Musikmaschinist“. Am Sonntag heizt der 54-Jährige mit seinem selbstgebastelten „Universal Druckluft Orchester“ den Besuchern des Turmfestes in den Technischen Sammlungen Dresden ein. Oiger-Autor Heiko Weckbrodt hat ihn vorher ausgefragt.

Was können wir von Ihnen zum Turmfest erwarten?

Peter Till: Ich werde Musik machen, das Turmfestquiz dirigieren und mit der Flex meine Instrumente reparieren. Ich bin der Master of Desaster.

Peter Till. Foto: BSF/Till

Peter Till. Foto: BSF/Till

Wie kann ich mir ein Druckluft-Orchester vorstellen? Auf ihrem Werbefoto sieht man sie auf einem Dreiradtransporter mit verkabelten und verschlauchten Instrumenten gen Kosmos eilen…

Meine Instrumente sind selbstgebastelt und werden von einem Druckluft-Kompressor angetrieben. An Bord sind zum Beispiel ein Atomklavier, eine pneumatische Bassgitarre und eine elektromagnetische Triola.

Wie kommt man auf so eine Idee? Hatten sie nicht genug Musikanten, um alle Instrumente zu besetzen?

Das hat mit einem Duo angefangen, das ich 1992 mit Dieter Beckert gegründet hatte. Irgendwann dachten wir uns: Ja, noch ein Schlagzeug, das wäre nicht schlecht. Auf einem Trödelmarkt habe ich dann mal ein Manometer gesehen und da kam mir der Gedanke mit der Druckluft. Und weil ich in meinem früheren Leben Werkzeugmacher war, hab ich das dann alles selbst gebastelt.

Video vom Druckluftorchester (Tastenflossler):


Die Idee selbst ist natürlich nicht ganz neu: Um die Jahrhundertwende hatte jede bessere Kneipe ein mechanisches Klavier. Nur muss man heute nicht mehr nächtelang Lochkarten auslochen, sondern kann so etwas digital mit dem Computer ansteuern.

Sieht man ihre Ausrüstung, fühlt man sich an die „Steampunk“-Mode erinnert…

Ja, das hat mir ein Freund auch mal gesagt. Aber ich habe damit vor 18 Jahren angefangen, lange, bevor ich von Steampunk gehört habe. Ich sehe mein Druckluft-Orchester als Symbol einer anachronistischen Moderne. Ich sollte den Geist der alten Lexika und der Jules-Verne-Bücher, die ich so mag, spiegeln – gewissermaßen, als ob es gerade aus der „Nautilus“ herausgefallen sei.

1 Kommentare

  1. Matthias Christian Schanzenbach sagt

    Mein Lieber Peter, der Hofnarr Frölich möchte Dir gratulieren zu Deinem gelungenen
    Auftritt im ZDF, es wa echt toll…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.