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2014 startet Dresden freies WLAN-Netz

Ab Anfang 2014 soll es in Dresden ein freies WLAN-Netz in der Innenstadt geben. Fotos: Sylvio Dittrich (Mediaserver Dresden), hw; Montage: hw

Ab Anfang 2014 soll es in Dresden ein freies WLAN-Netz in der Innenstadt geben. Fotos: Sylvio Dittrich (Mediaserver Dresden), hw; Montage: hw

40 Sender in Innenstadt geplant

Dresden, 21. Oktober 2013: Dresden bekommt ein freies WLAN-Stadtnetz, mit dem Touristen und die Dresdner selbst kosten- und drahtlos ins Internet gelangen. Das Funknetz soll Anfang 2014 unter der Regie der „Dresden Information GmbH“ (DIG), die bereits die klassische Touristeninformation in der Stadt übernommen hat, starten und zunächst vor allem die Innenstadt abdecken. Außerdem werde der Gratis-Datenfunk an ausgewählten Orten im restlichen Stadtgebiet verfügbar sei, kündigte DIG-Geschäftsführer Matthias Hundt an. „Wir denken da zum Beispiel an den Flughafen, an Bibliotheken und andere stark frequentierte öffentliche Orte.“

Kostenloser Internetzugang für Touristen und Bürger

Dresdens amtierender OB Dirk Hilbert. Abb.: LHD Dresden

Dirk Hilbert. Abb.: LHD

„Das ist eines der wichtigsten Projekte in Dresden für unsere Touristen im Jahr 2014“, kommentierte Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) das Projekt. „Dresden könnte damit international zum Vorreiter werden.“ Konzipiert ist die „mobile Dresden Information“ – so der offizielle Titel – primär als Leit- und Informationssystem für Touristen, Kongressteilnehmer und Dresden-Besucher, wie Hundt erklärte. Es solle per WLAN einen direkten Zugriff auf „alle touristischer Angebote ermöglichen“, zum Beispiel Tagungstermine, Hotels in der Nähe, Bus- und Bahnverbindungen, Museen, Theater, Läden und dergleichen mehr – insofern auch Werbung enthalten, um laufende Kosten zu decken.

1,25 Millionen Euro Startinvestitionen für Gratis-Datenfunk

Die DIG und deren Partner installieren dafür derzeit 40 Info-Terminals mit WLAN-Sendern in der Stadt, ein Teil davon sind umgerüstete Informationssäulen des „Verkehrsverbundes Oberelbe“ (VVO). Außerdem verhandelt die Gesellschaft mit dem Bürgernetz Dresden, um deren WLAN-Stationen mitnutzen zu können. Hundt rechnet mit etwa etwa 1,25 Millionen Euro Startinvestitionen. Um die zu stemmen, hat sich die Stadt um Landesfördermittel aus dem Programm „Digitalen Offensive Sachsen“ (DiOS) beworben. Die laufenden Betriebskosten kalkuliert die DIG mit rund 84 000 Euro pro Jahr. Ein Teil davon soll sich aus eingesparten Druckkosten für „analoge“ Touristinfos refinanzieren, den größeren Teil will Hundt bei Hotels, Geschäften und anderen Partnern kassieren, die im Gegenzug im Startportal des WLAN-Angebots werben können. Er sei sehr zuversichtlich, dass genug Finanziers zusammen kommen, so Hundt.

Mehr oder minder anonymes Surfen

Das Konzept: Befindet sich ein Dresdner oder Tourist in der Reichweite einer Info-Säule, kann er sich mit Computertelefon, Tablettrechner oder anderen WLAN-fähigen Geräten gratis in das Datennetz einwählen – ohne seinen Namen eingeben zu müssen, eine Identifikation ist für das System allein über die einzigartige „MAC-Adresse“, die jedes Gerät hat, möglich. Der Nutzer landet auf einem Startportal, das auf Läden, Hotels und touristische Angebote in der Nähe hinweist, zugeschnitten durch den per Säule ermittelten Standort des Surfers. Von dort kann man dann aber frei im „normalen“ Internet weitersurfen, E-Mails abrufen und so weiter. Eine Zeitbegrenzung ist nicht vorgesehen, allerdings sind einige Seiten (etwa illegale Downloads, Pornoseiten) gesperrt.

Bereits vor einem Jahr hatten die Linken ein freies WLAN nach Berliner Vorbild gefordert, waren damals allerdings im Stadtrat gescheitert, unter anderem, weil die Stadt die Kosten und mögliche Haftungsrisiken scheute. Realisiert wird dies nun unter dem Tourismus-Etikett als gemeinsames Projekt von Stadt, Dresden Marketing-Gesellschaft (DMG) und DIG. Hinter letzterer stehen der Dresdner Knüpfer-Verlag und die DD+V-Mediengruppe.

Linke: Das hättet ihr auch eher haben können

„Jetzt, nachdem der Wirtschaftsbürgermeister und die Stadtverwaltung zur Einsicht gekommen sind, welche fadenscheinigen Vorwände herhalten mussten und nunmehr offensichtlich auch Fördermittel über das Sächsische Wirtschaftsministerium zur Verfügung stehen, kann das Konzept umgesetzt werden“, moserte nun Stadtrat Hans-Jürgen Muskulus. „Einfacher wäre es jedoch gewesen, unserem Antrag zuzustimmen und die entsprechenden Aufträge an die Verwaltung auszulösen.“ Dennoch sei die jetzt gefundene Lösung zu begrüßen. Heiko Weckbrodt

Zum Weiterlesen:

Kabel Deutschland will WLAN-Hotspots gratis freigeben

 

 


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