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Einsamer Wanderplanet im interstellaren Raum entdeckt

Der einsame Wanderplanet "PSO J318.5-22" stromert durch den interstellaren Raum. Abb.: MPIA / V. Ch. Quetz

Der einsame Wanderplanet „PSO J318.5-22“ stromert durch den interstellaren Raum. Abb.: MPIA / V. Ch. Quetz

Kosmischer Stromer nur 80 Lichtjahre von Erde entfernt

Interstellarer Raum, 12. Oktober 2013: Galt schon die Entdeckung von Exoplaneten in fernen Sternensystemen als Triumph der Astronomie, so haben Forscher aus Hawaii und Heidelberg nun einen noch spektakuläreren Fund gemacht: Sie nahmen einen kosmischen Herumtreiber auf, einen Planeten, der ohne Stern durchs All irrt, wie die Max-Planck-Gesellschaft mitteilte.

Objekt „PSO J318.5-22“, so der wahrhaft lyrische Katalogname des Exoplaneten, befindet sich derzeit „nur“ 80 Lichtjahre von uns entfernt, von der Erde aus gesehen im Sternbild Steinbock. Die Astronomen schätzen ihn auf die sechsfache Masse des Jupiters, des größten Planeten in unserem Sonnensystem.

Ein kosmischer Bruder des Wanderplaneten? Objekt OTS44 saugt sich offenbar in der gleichen Weise wie ein entstehender Stern mit Gas aus einer Scheibe voll. Abb.: A. M. Quetz

Ein kosmischer Bruder des Wanderplaneten? Objekt OTS44 saugt sich offenbar in der gleichen Weise wie ein entstehender Stern mit Gas aus einer Scheibe voll. Abb.: A. M. Quetz

Auch Single-Riesenplaneten nähren sich von Staubscheiben

Wie dieser Planet ohne Sternensystem entstanden ist, gilt als eine besonders interessante Frage. Bei der Antwort könnte vielleicht eine zweite Entdeckung helfen, die ein zweites Team gemacht hat: Die Forscher unter der Leitung des Astronomen Viki Joergens spürten ein Objekt auf, das entweder ein Planet oder eine braune Zwergsonne sein könnte, das sich ähnlich wie klassische Sonnensysteme aus einer Staubscheibe bildet. Dieses Objekt „OTS44“ ist nur rund zwei Millionen Jahre alt ist – „auf den Zeitskalen der Planeten- und Sternentstehung gleichsam ein Neugeborenes“, so die Planck-Forscher. Dieses 500 Jahre von der Erde entfernte Objekt nährt sich immer noch von der umgebenden Akkretionwolke, was die Vermutung nahelegt, dass auch vereinsamte Riesenplaneten durch ähnliche Prozesse entstehen können wie unser Sonnensystem. Heiko Weckbrodt

Zum Weiterlesen:

Forschungszentrum Dresden-Rossendorf will ab 2018 Sonnenssysteme zünden

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1 Kommentare

  1. Ein sehr interessanter Artikel. Ich glaube, viele Menschen warten gespannt auf immer neue Ergebnisse im Bereich der Astronomie. Neue Entwicklungen in der Messtechnik und neue fotografische Geräte werden bestimmt auch immer detailliertere Ergebnisse liefern und unseren Horizont erweitern. Täglich können wir auch auf unserer Erde faszinierende Dinge sehen und erleben, wir sind ja alle ein Teil des Universums. Dämmerung am Abendhimmel
    Viele Grüße

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