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Chip-Auftragsfertiger bauen Kapazitäten enorm aus

Die taiwanesische Foundry TSMC investiert derzeit viel Geld in den Ausbau seiner 300-mm-Spitzenfabriken - hier ein Blick in die TSMC-Fab 12. Foto: TSMC

Die taiwanesische Foundry TSMC investiert derzeit viel Geld in den Ausbau seiner 300-mm-Spitzenfabriken – hier ein Blick in die TSMC-Fab 12. Foto: TSMC

Spitzen-Foundries kämpfen um Marktanteile

Scottsdale/Dresdeb/Taipeh, 3. Oktober 2013: Weil immer mehr Mikroelektronik-Firmen auf eigen Fabriken verzichten und daher eine große Nachfrage für Chip-Auftragsfertiger (Foundries) generieren, andererseits gerade im Foundry-Markt die taiwanesischen Platzhirsche wie TSMC und UMC inzwischen durch Globalfoundries (GF) und Samsung bedrängt werden, investieren die führenden Auftragsfertiger weltweit überproportional stark in einen Ausbau ihrer Kapazitäten. Das geht aus einem „IC Insights“-Report hervor.

Investitionsquote bei TSMC und GF weit über Branchenschnitt

Demnach hatten die etablierten Foundries TSMC und UMC in Taiwan noch im Jahr 2008 etwa 18 beziehungsweise 11 Prozent ihres Umsatzes in den Ausbau ihrer Fabriken investiert, haben die US-Marktforscher aus Scottsdale in Arizona errechnet. Dies bewegte sich nahe am Durchschnitt der globalen Halbleiterindustrie, die damals etwa 16 Prozent der Umsätze in ihre Kapazitäten zurückinvestierte. Dieses Bild änderte sich ab 2009, als AMD seine Chipwerke als „Globalfoundries“ an die arabische ATIC-Gruppe verkaufte, die wiederum mit „Chartered“ in Singapur einen Konkurrenten erwarb. Außerdem mischt sich seit geraumer Zeit Samsung in den Foundry-Markt ein: Die Südkoreaner produzieren längst nicht mehr nur für den Bedarf der eigenen Elektronik- und Maschinenbau-Sparten, sondern fertigen auch Chips für Konkurrenten wie Apple und andere externe Auftraggeber.

Die Tabelle zeigt die Investitionen der führenden Foundries (ohne den Spezialfall Samsung) relativ zu den Umsätzen. Chartered ist seit 2010 Teil von Globalfoundries, die selbst erst 2009 gegründet worden. Abb.. IC Insights

Die Tabelle zeigt die Investitionen der führenden Foundries (ohne den Spezialfall Samsung) relativ zu den Umsätzen. Chartered ist seit 2010 Teil von Globalfoundries, die selbst erst 2009 gegründet worden. Abb.. IC Insights

Seitdem haben vor allem TSMC und GF zweistellige Milliardensummen in die Modernisierung und den Ausbau ihrer Chipwerke gesteckt – und vor allem relativ zu ihren Umsätzen ihre Investitionsquote weit über den Branchendurchschnitt erhöht. Letzterer liegt laut „IC Insights“ derzeit bei etwa 18 Prozent. Dagegen fließt bei TSMC inzwischen jeder zweite verdiente Dollar beziehungsweise Won zurück in die Fabriken.

Globalfoundries steckt Großteil seiner Erlöse in Fabriken

Globalfoundries-Mitarbeiter installieren neue Anlagen im Dresdner Werk. Abb.: GF

Globalfoundries hat sein Dresdner Werk erst jüngst ausgebaut. Abb.: GF

Bei GF sind es sogar 88 Prozent, wobei das Unternehmen, das seine Leitwerke in Dresden und New York betreibt, zeitweise sogar mehr investierte als es insgesamt einnahm (siehe Tabelle: 2011) – dank der arabischen Kapitalspritzen. Mit diesem starken Investitionskurs hat GF inzwischen UMC als zweitgrößte Foundry weltweit abgelöst – leider macht diese „private Company“ keine Angaben über ihre Gewinne, so dass eine näherer Vergleich mit Primus TSMC (der trotz enormer Ausgaben gute Profite macht) schwierig ist.

Bereitet Foundry-Marktkampf nächste Chipkrise vor?

Die Marktforscher von „IC Insights“ sind jedenfalls der Meinung, dass sich dieser angespannte Investitionskurs in der technologischen Spitzengruppe der Foundries in absehbarer Zeit fortsetzen, die Nachfrage aber vorerst mit diesen erweiterten Kapazitäten Schritt halten wird. Mittel- und langfristig würden allerdings durch den Kampf um Marktanteile und die damit verbundenen Ausbauten Überkapazitäten in der Branche drohen – was durchaus eine neue Chipkrise wie im Speichermarkt 2008 auslösen könnte, der damals unter anderem die Infineon-Tochter Qimonda zum Opfer fiel. Heiko Weckbrodt

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