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Oigers Nerd-Plausch auf Youtube: Wider die NSA-Schnüffelanten

Videodebatte über „Prism“, Überwachung und Verschwörungstheorien

Dresden, 19. August 2013: Zum Auftakt der neuen Videoserie „Oigers Nerd-Plausch“ diskutieren die Oiger-Redakteure Heiko Weckbrodt und Ronny Siegel über NSA-Schnüffelanten, selbsterfüllende „Big Brother“-Paranoia, die Zukunft des Cloud-Hypes in Zeiten von „Prism“ – und stellen ein paar der besten Überwachtungs-Filme aller Zeiten vor.

Seht und hört selbst:

Für die volle Überwachungsdröhung:

Die zehn knalligsten „Big Brother“-Filme auf DVD und Bluray

Abb.: MGM

Abb.: MGM

1.) „1984“: Der Angestellte Winston Smith (John Hurt) ist ein kleines Rädchen im Getriebe des Informationsministeriums im totalitäten Zukunftsstaat Ozeanien. Lässt sich mit einem vermeintlichen Widerstands-Kämpfer (Richard Burton) ein, was sich als schwerer Fehler erweist… Grandios besetzte und beklemmende Verfilmung (1984) des George-Orwell-Romans (1948), in dem dieser stalinistische und faschistische Gesellschaften seiner Zeit verarbeitete.

 

 

 

2.) „Brazil“: Sam (Jonathan Pryce) flüchtet in einem Überwachungsstaat in Traumphantasien und paktiert mit einem partisanischen Klempner (Robert De Niro). Skurriler als „1984“, aber kaum weniger bedrückend – finster-komisches Kino von Monty-Python-Spaßvogel Terry Gilliam.

 

Abb. (2): Warner

Abb. (2): Warner

3.) „A Scanner Darkly“: Der verdeckte Ermittler Fred (Keanu Reeves) schleust sich getarnt in ein Drogenhaus ein, verwanzt die Bude – und verliert irgendwann den Überblick über Realität und Fiktion, beginnt sich selbst zu verdächtigen. Independent-Film in einem interessanten Mix aus Realfilm und Comic nach Philip Dicks Meisterwerk „Der dunkle Schirm“. Mehr Infos hier

 

 

 

Abb.: Universal

Abb.: Universal

4.) „Fahrenheit 451“: In der Zukunft ist Lesen als gesellschaftszersetzend verboten. Statt Brände zu löschen, soll Feuerwehrmann Montag (Oskar Werner) Bücher verbrennen – beginnt aber bald, in den verbotenen Werken zu lesen. Um Ray Bradburys Dystopie zu verfilmen, unternahm Frankreichs Regie-Ikone Francois Truffaut einen Ausflug ins Science-Fiction-Genre. Mehr Infos hier

 

 

 

5.) „Das Leben der Anderen“: Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler hört wochenlang ein Ostberliner Künstlerpärchen ab – und beginnt am System zu zweifeln. Großartig vom viel zu früh verstorbenen Ulrich Mühe gespieltes Überwachungs-Kammerspiel, das zu recht einen Oscar bekam.

 

6.) „THX 1198“: Menschen sind in der Zukunft kaum mehr als Fleischdrohnen. Arbeiter THX 1138 (Robert Duvall) begehrt gegen die allgegenwärtige Ge- und Verbotsgesellschaft auf, was ziemlich schmerzhaft endet. Ein tolles Frühwerk von George Lucas, der sich später auf Todessterne spezialisierte.

 

darkCity-Cover7.) „Dark City“: John (Rufus Sewell) erwacht blutbefleckt neben einer Leiche, kann sich an nichts erinnern und wird durch eine Stadt gejagt, in der nie die Sonne aufgeht und aus der es kein Entkommen gibt. Mit Hilfe des schrägen Doktors Schreber (köstlich: Kiefer Sutherland) und des Polizisten Frank (melancholisch: William Hurt) enthüllt er ein übles Experiment. Klaustrophobisch schön, allerdings nach hinten raus etwas trashig. Mehr Infos hier

 

8.) „Die Truman Show“: Truman (Jim Carrey) lebt in einer perfekten Welt in einer Heile-Welt-Kleinstadt wie aus einem 50er-Jahre-Film. Zu perfekt, wie er durch Zufall entdeckt: Ohne es zu wissen, ist er Hauptdarsteller einer gigantischen Reality-Show. Eine der wenigen Gelegenheiten, bei der Carrey bewies, dass er mehr kann als nur zu grimassieren.

 

Abb.: Highlight

Abb.: Highlight

9.) „Equilibrium“: Um den Staat im Gleichgewicht zu halten, lässt der Diktator einer totalitären Zukunftswelt alle Bürger täglich gefühlsunterdrückende Pillen schlucken und verbietet Kunst, da die zu Emotionen aufstachelt. Der schlagkräftige Kleriker Preston (Christian Bale) vernichtet fleißig mit – bis ihn selbst die Gefühle übermannen. Kurt Wimmers Distopie-Beitrag im Matrix-Stil.

 

 

 

10.) „Das Schloss“: Landvermesser K. will in einem Dorfkaff die ihm zugewiesene Arbeit antreten. Doch keiner weiß davon, alle verweisen auf die Verwaltung da oben im abgeschirmten Schloss. K. unternimmt immer verzweifeltere Versuche, ins Zentrum der Bürokratie vorzustoßen. Verfilmung nach Kafka, der selbst in der wuchernden KuK-Bürokratie arbeitete und daran verzweifelte. hw

3 Kommentare

  1. thomas sagt

    wuerde mich freuen euch beide wiedermal in der tanzbar „blue moon“ an der stange zu sehen 🙂
    gabs kaffee beim plausch?

  2. Wenn man mal vergleicht welcher Schrott derzeit in den Kinos läuft, na da weiß ich doch was ich mir die nächsten Wochen in Ruhe mal reinziehe. Tolle Liste 😉

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