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Dresdner Nanoelektroniker richten Mitmach-Schau ein

Ähnlich wie im benachbarten "Erlebnisland Mathe", in dem sich hier die elfjährige Charlotta amüsiert, soll auch das neue "Cool Silicon"-Wissenschaftszentrum in den Technischen Sammlungen Dresden Technologie zum Anfassen bieten. Foto: Frank Grätz/ Cool Silicon

Ähnlich wie im „Erlebnisland Mathe“ im gleichen Hause, in dem sich hier die elfjährige Charlotta amüsiert, soll auch das neue „Cool Silicon“-Wissenschaftszentrum in den Technischen Sammlungen Dresden Forschung und Hightech zum Anfassen bieten. Foto: Frank Grätz, Cool Silicon

Dresden, 14. August 2013: Die Ingenieure und Physiker des sächsischen Spitzenforschungsprojektes „Cool Silicon“ richten in den „Technischen Sammlungen Dresden“ (TSD) ein Wissenschaftszentrum zum Anfassen ein. Die Mitmach-Dauerausstellung in den ehemaligen Pentacon-Kamerawerken soll ab Februar 2014 vor allem Jugendliche für die Nanoelektronik, ihre Geschichte und Zukunft begeistern. Die Stadt Dresden übernimmt dabei die 1,5 Millionen Euro teure Teilsanierung der TSD, der Cluster-Verbund „Cool Silicon schießt 250.000 Euro für die Erstausstattung der Schau zu.

Schau soll Nanowelt fürs Auge analogisieren

Im Zentrum des 400 Quadratmeter großen Museums im Museum stehen der Technologiestandort Dresden, vor allem aber der drastisch wachsende globale Energieverbrauch von Computern, Rechenzentren, Handy-Netzen und ähnlicher Hightech, die uns tagtäglich umgibt. Das von Bund und Land geförderte Spitzencluster „Cool Silicon“ entwickelt daher stromsparende Chips, die in der Schau auch vorgestellt werden sollen.

Video über das Projekt "Cool Silicon" (Bundeforschungsministerium):

Außerdem werde es Originalexponate aus der Dresdner Mikroelektronik, Videointerview mit Halbleiter-Ingenieuren und interaktive Exponate geben, die die Eigenheiten der Nanowelt gewissermaßen für das menschliche Auge analogisieren und vergrößern, wie TSD-Direktor Roland Schwarz ankündigte.

„In Deutschland ist das Bewusstsein dafür, wie wichtig die Mikro- und Nanoelektronik für unser aller Alltag ist, leider noch recht schwach“, meint „Cool Silicon“-Koordinator Prof. Thomas Mikolajick. Die neue Schau solle den Besuchern auch die gesellschaftliche Relevanz dieser schlüsseltechnologie vor Augen führen.

Das "Cool Silicon"-Wissenschaftszentrum zieht 2013 in die ehemaligen Ernemann-Werke ein, die heute die Technischen Sammlungen Dresden beherbergen. Abb.: hw

Die Technischen Sammlungen in Dresden-Striesen. Foto.: hw

Einst Kamerafabrik, nun interaktives Museum

Der Standort für das „Cool Silicon“-Wissenschaftszentrum, für das zunächst auch das Dresdner Rundkino, das Kugelhaus oder das Hauptquartier des früheren DDR-Computerkombinats Robotron im Gespräch waren, ist im Übrigen mit Bedacht gewählt: Wo heute die Technischen Sammlungen residieren, wurden seit Kaisers Zeiten seinerzeit technologisch führende Spiegelreflexkameras, Kinotechnik und andere Geräte entwickelt und gebaut – erst unter Ernemann-Regie, dann als Zeiss-Ikon, schließlich unter dem Markennamen Pentacon.

Die TSD verfügen zudem über interessante Bestände historischer Rechentechnik. Auch dürfte sich das „Cool Silicon“-Zentrum gut an die Mitmachausstellung „Erlebnisland Mathematik“ und das entstehende Schülerlabor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR School Lab), das im November öffnen soll, anfügen. Heiko Weckbrodt

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