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Infineon baut Chipfabrik-Kapazitäten in Dresden aus

Beladeroboter in den Dresdner 200-mm-Fabriken von Infineon. Abb.: Infineon, Jürgen Lösel

Beladeroboter in den Dresdner 200-mm-Fabriken von Infineon. Abb.: Infineon, Jürgen Lösel

Dresden, 30. Juli 2013: Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon baut seine Dresdner Fabriken aus – wenn auch moderater als in den Vorjahren. Das kündigte Standortsprecherin Diana Heuer an. Sie wollte zwar keine Investitionssumme nennen. Es dürfte sich aber vermutlich um einen ein- bis zweistelligen Millionenbetrag handeln. In den vergangenen fünf Jahren hatte Infineon bereits über 200 Millionen Euro in solche Erweiterungen in Dresden investiert, es handelt sich mittlerweile um die neunte Ausbaustufe.

Kupferchip-Anlagenpark wird erweitert

Erweitert wird damit der auf Kupferchips spezialisierte Anlagenpark in den Dresdner Infineon-Werken. Kupfer-Halbleiterbausteine sind schneller als solche mit Aluminium-Leiterbahnen und daher zum Beispiel für Steuerelektronik in Autos und für Sicherheitselektronik sehr gefragt.

Investition lag zeitweise wegen Umsatzschwäche auf Eis

Infineon hatte eine solche weitere Ausbaustufe eigentlich bereits vor einem Jahr geplant. Das Projekt wurde allerdings zunächst auf Eis gelegt, nachdem Konzernchef Reinhard Ploß wegen der Umsatz- und Gewinnschwäche des Unternehmens Infineon im Herbst 2012 einen Sparkurs verordnet und zahlreiche Investitionsvorhaben auf den Prüfstand gestellt hatte. Die nun offensichtlich erfolgte Freigabe für die Dresdner Erweiterung dürfte mit den verbesserten Quartalsergebnissen des Konzerns zu tun haben.

Dünnwafer von Infineon. Abb.: Infineon

Dünnwafer von Infineon. Abb.: Infineon

Neue 300-mm-Fab für Leistungshalbleiter fährt hoch

Parallel dazu baut Infineon nebenan im ehemaligen Qimonda-Reinraum auch seine Kapazitäten in der neuen Leistungs-Halbleiterfabrik aus, die mit 300-Millimeter großen und besonders dünnen Siliziumscheiben arbeitet. Derzeit ist dort der Übergang zur Serienproduktion und zur Kundenfreigabe im Gange. In jüngster Zeit ist gerade das Geschäftsfeld „Leistungselektronik“ im Unternehmen überdurchschnittlich gewachsen. Daher dürfte Infineon ein verstärktes Interesse haben, die innovative Fabrik schnell lieferbereit zu bekommen.

Robotisierung mit Betriebsrat noch nicht ausverhandelt

Insgesamt sein der Standort „super ausgelastet“, betonte Heuer. Infineon beschäftigt in Dresden insgesamt rund 2200 Mitarbeiter, inklusive Zeitarbeiter. Die jüngsten Erweiterungen stehen aber eher unter dem Motto „Arbeitsplatz-Sicherung“ als „Jobaufbau“: Parallel dazu will die Geschäftsleitung nämlich die Automatisierung der Werke vorantreiben und mehr Roboter einsetzen. Entsprechende Verhandlungen mit dem Betriebsrat ziehen sich aber bereits seit dem Frühjahr hin und sind noch nicht abgeschlossen. Heiko Weckbrodt

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  1. Jobsicherung ist doch auch gut. Man muss ja nicht immer gleich weiter wachsen. Ich finde den Weg richtig. Schließlich sichert Infineon damit auch indirekt seine Zulieferer und Dienstleister.

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